#112 Alle Menschen sind sterblich
Shownotes
Unsterblichkeitstrunk - Wiedergeburt pro und contra - Achtzig - Zahlen - Lebensgefühl - Alter und Kinder - NOCH - Relativierungen - Sattheit und Müdigkeit - Es reicht - Kein Motorradführerschein - Gelassenheit - Träume - Umsetzungen - Neue Freiheiten - Konkret werden - Erwachsensein - Kein Übermaß vorhanden - Zeit totschlagen - Wie spät ist es? - Warteraum - Loriot - Jungbrunnen - Vorteile des Älterwerdens - Einverstanden
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00:00:00: Ich
00:00:09: habe mich ja mit dem Thema Sterblichkeit wahrscheinlich wie so viele andere Menschen auch eigentlich mein ganzes Leben lang beschäftigt.
00:00:20: Also, der waren wir schon an einigen Stellen das ich dann so gedacht haben wenn ich stärker nicht irgendwann ganz alt bin somit sechzig oder sowas Dann werde ich irgendwann sterben.
00:00:29: und Ich mir zieht immer mal wieder, zieht mir eine Erinnerung durch den Kopf.
00:00:37: Und zwar ist das die Erinnerungen an ein Buch von Simone Beauvoir.
00:00:44: Die hat das Buch geschrieben mit dem Titel Alle Menschen sind sterblich.
00:00:47: und als ich das Buch gelesen habe da war ich so froh über die Sterblichkeit.
00:00:54: Denn wenn ich so mal ganz kurz nur das Geschehen in dem Buch beschreibe, im Grunde genommen geht die Geschichte so dass eine Frau einen Mann kennenlernt und den findet sie gut.
00:01:07: Und sie möchte eigentlich gerne mit ihm anbanden aber der reagiert nicht und eines Tages erzählt er ihr seine Lebensgeschichte Und die Lebensgeschichte geht so, er war nämlich eines Tages.
00:01:20: Der Herrscher irgendein Graf sonst irgendwo oder so, es hat auf einer Burg geliebt und da kam eines Tages ein Alchemist zu ihm und brachte eine kleine Fiole also an die kleine Flasche mit.
00:01:35: und in dieser kleinen Flaschen war eine Flüssigkeit drin und er hat gesagt ich habe etwas kreiert Hier dieses hier, was in der Feule drin ist das ist der Unsterblichkeitsdruck.
00:01:50: Und wer das getrunken hat der ist unsterblig.
00:01:53: und der da malig Herrscher dann sagt Das ist eine gute Idee!
00:01:57: Und damit er das mal ausprobieren kann macht er folgendes Er fängt ne Maus Gibt den Tropfen von diesem Zeug zu trinken und zerquetscht die Maus Macht ihr Hand auf und dann rüttelt sie sich ein bisschen und rennt weiter Die Maus.
00:02:15: Und er lebt weiter und erzählt seine Lebensgeschichte weiter, wie sich irgendwelche Sachen immer wiederholen.
00:02:20: Und der ist dann mit Frauen zusammen.
00:02:24: Die werden älter aber ärmig.
00:02:26: Dann sterben sie aber ärnigt usw.
00:02:30: Ich bin es so leid ich bin so satt!
00:02:34: Ich weiß nämlich dass ich eines Tages auf diesem Planeten ganz und gar Muttersälen allein sein werde mit einer Maus.
00:02:46: Und das ist sozusagen das Ende von diesem Buch, wo es dann alle Menschen sind sterblich.
00:02:49: Das hat mich so in Frieden gebracht mit der Sterblichkeit!
00:02:53: Das ist im Grunde genommen so.
00:02:54: wie wir vielleicht auch sagen könnten – es gibt ja eine Menge an Glaubensrichtungen die von der Wiedergeburt überzeugt sind und die warten darauf, dass sie endlich aus dem Rad der Wiedergeburten herauskommen.
00:03:08: Für uns ist der Gedanke, dass es eben heißt, es gibt einen möglicher Wiedergeburnt manchmal in Erleichterung Aber diese Stelle mal vor, wir müssten ewig leben.
00:03:21: Das wäre ja furchtbar!
00:03:24: Da stelle ich mir gar nicht vor... das
00:03:28: entzieht
00:03:28: sich vollkommen bei einer Möglichkeit.
00:03:31: Ich
00:03:31: denke immer an den Typen mit der Maus.
00:03:34: Ja es bin eigentlich so dermaßen.
00:03:40: also zufrieden würde ich mal fast sagen eben gerade mit dieser Sterblichkeit Mit dieser Endlichkeit.
00:03:47: Ich habe gerade etwas gelesen, da stand nichts würde unsere Endlichkeit krasser zum Ausdruck bringen als die Tatsache... Als die Vorstellung von Achtzig Sommern.
00:04:02: Nochmal!
00:04:04: Also Achtzig Sommer?
00:04:06: Ja Wenn man das jetzt so sich vor Augen führt dann macht es ja sehr deutlich wie wenig das eigentlich sind.
00:04:14: Ja,
00:04:15: es ist irgendwie viel weniger.
00:04:18: oder auch wenn ich jetzt zum Beispiel gestern Abend habe.
00:04:20: Ich so gedacht ja achtzig Geburtstage Wenn ich jetzt so formuliere das sind auch also in der zahl sind doch eigentlich gar nicht so viele dass er sehr überschaubar.
00:04:30: und Wenn ich aber sage ich werde achtzig Jahre alt das klingt schon irgendwie mehr Und es kommt aber auch auf die perspektive an aus welcher eben zum beispiel hast du gesagt ja irgendwann wenn ich sechzig bin Hast du früher mal gedacht und ich werde ja jetzt Nächstes Jahr werde ich sechzig, aber ich habe es gerade so stark vor Augen.
00:04:50: Mir ist gerade sehr bewusst, dass ich demnächst neunundfünfzig bin und diese Zahl heranrückt.
00:05:00: Ich finde es so interessant wie anders eine Zahl im Bewusstsein wirkt als das eigentliche Lebensgefühl.
00:05:10: Weißt du was ich meine?
00:05:11: Also viele lassen sich ja von so einer Zahl dann irgendwie vielleicht auch irritieren oder Kirre machen, oder leben vielleicht mehr in dem Bewusstsein dieser Zahl.
00:05:22: Also für mich ist zum Beispiel diese Zahl ja wundere ich mich jetzt ein bisschen drüber.
00:05:26: Aha es ist ja eine interessante Zahl aber von meinem Gefühl her fühlt sich das überhaupt alles ganz anders an?
00:05:33: Ja!
00:05:35: Wir haben mal... Ich habe mal so ne kleine Sequenz vorgelesen aus diesem Buch Der Abend der Raube ist am Morgen das Schmetterlinge.
00:05:43: Genau,
00:05:44: ne?
00:05:45: Wo es heißt... Was bin ich denn eigentlich?
00:05:47: Ich bin ein... Der ist nämlich auch so achtzig oder über achtzig und sagt, ich bin ein kleiner Junge verkleidet als alter Mann.
00:05:56: Ja zumal wir ja auch immer mehr wieder Zugang zu unserem kindlichen So-ist-den.
00:06:01: gut läuft sagen wir mal, ne Das ist ja die glaube ich die Voraussetzung dafür.
00:06:06: wenn man jetzt sagt Wir sollen werden wie die Kinder Und den schillerischen Spieltrieb, den vielbeschriebenen wieder im künstlerischen Sinne erlangen.
00:06:18: Also sprich unsere Vernunft zwar nutzen und das moralische Bewusstsein aber eben gleichzeitig auch spielerisch also zu spielen in der Lage sind.
00:06:30: Das ist glaube ich dann genau das Richtige.
00:06:33: bekommen wir wieder Zugang in all dieser Gelassenheit.
00:06:36: Das sieht man ja bei Großaltern sehr häufig, wie niedlich die oft einfach, wie verspielt sie in der Lage sind mit ihren Enkeln zu sein und das ist dann wieder was Schönes.
00:06:47: Da werden wir wieder wie die Kinder.
00:06:49: Ich habe gerade ein Artikel geschrieben, der es aber nur online, ich weiß gar nicht ob ich das schon mal gesagt habe für die Beratungsstelle binationale Familien.
00:06:59: da ging's um einen Artikel zum Thema älterwerden Und dann habe ich mir viele Gedanken gemacht, um dieses, was mir nicht genau so sagt.
00:07:11: Also mit den Zahlen das Achtzig-Achzig-Sendstücke nebeneinandergelegt sieht gar nicht so viel aus.
00:07:16: Aber wenn es heißt Achtzig-Sommer?
00:07:20: Ich kann die Zahl Achtzlich gar nicht überblicken.
00:07:23: Geht überhaupt nicht!
00:07:25: Das sind irgendwie auf irgendeine Art und Weise diese Zahlen als großes Rätsel.
00:07:33: und ich habe dann die Frage für in dem Artikel für mich auch gestellt, was hat sich denn eigentlich geändert?
00:07:40: Was hat sich geändert?
00:07:42: also ich hab diesen Spruch verkleidet als alter Mann.
00:07:45: Ich bin ja im Grümingraum verkleidet als alte Frau.
00:07:48: Genau
00:07:49: genau!
00:07:49: Ich bin als alte Frau verkleidede und dann kommen natürlich du gesellschaftliche Aspekte da rein wo ich gedacht habe.
00:07:55: es gibt so ein Wort.
00:07:57: das ist ein Unwort für alle, die ein bisschen älter werden.
00:08:00: jetzt Das ist das Wort noch.
00:08:04: Ich bin neulich beim Friseur gewesen irgendwann mal, dann sagt die Friseuren zu mir, sie haben aber noch schöne Haare.
00:08:13: Das ist ja eine Drohung!
00:08:14: Ja, du musst dabei auch an deine Enkelin denken, die doch früher mal... ich weiß nicht mehr, war es ein Schnecke oder einen Käfer oder irgendwas?
00:08:24: Der eine war tot und der andere ist noch
00:08:26: gut?!
00:08:29: Das heißt, das ist das mit den Entwicklung und der Relativität.
00:08:36: Die Relativité der Zeit und die Relativitet der Zahl.
00:08:43: Wie war das?
00:08:45: Eine halbe Stunde richtig sich zu freuen mit einem netten Gespräch... ...das ist ein Fingerschnitten vorbei!
00:08:53: Und eine halbe Stunden Zahnarztstuhl ist eine andere Nummer.
00:08:56: Ja oder eben darüber haben wir in der Vergangenheit häufig getroffen ist eben dieses bei sich sein wenn man ganz bei der sache ist also bei sich ist oder bei der Sache je nachdem also voll sozusagen aufgeht in zeit und raum dann empfindet.
00:09:13: Man, das voranschreiten der Zeit gar nicht.
00:09:15: So wie wir auch in unseren Podcast folgen ja manchmal denken hoch ne?
00:09:19: Zeit ist schon rum und ich dachte, wir haben gerade eben angefangen oder aber dies geht einfach nicht von der Stelle.
00:09:26: das Ganze Und es ist meistens wenn man irgendwie uninspiriert ist.
00:09:30: Ja
00:09:31: also sprich wenn man Wenn man geistig eigentlich nicht eingestiegen ist sondern zum Beispiel auf irgendjemanden oder auf etwas wartet dann dehnt sich die zeit bis zur Unendlichkeit.
00:09:45: Und deswegen ist es wirklich ein interessanter Faktor und sehr, sehr individuell wie man das empfinden kann mit dem Voranschreiten des Alters.
00:09:53: aber wir sind ja eingestiegen oder du bist ja eben eingestigen Mit dieser von Simone de Beauvoir beschriebenen Sterblichkeit.
00:10:03: Also ich persönlich finde dass sehr wünschenswert.
00:10:07: also für mich ist diese Sterblichkeit absolut wünschungswert.
00:10:11: Wir haben ja sehr viel über Sterbehilfe gesprochen in der Vergangenheit und da gibt es einen Satz, das wird als Lebenssattheit bezeichnet.
00:10:22: Also dass Menschen eben sich lebenssatt fühlen.
00:10:26: also es wird nicht gesagt lebensmüde sondern lebens satt.
00:10:32: Das ist also etwas und das finde ich ein Begriff.
00:10:36: Ich finde ihn irgendwie schön, ob ich den im Zusammenhang mit der Sterbehilfe damit möchte.
00:10:40: Die Tür machen wir jetzt gerade nicht auf zu dem Thema, das machen wir irgendwann später noch mal wieder.
00:10:45: Aber was ich ... Ich find ihn irgendwie ein unheimlich schönen Begriff weil dass ich lebenssatt bin also dass sich eigentlich das impliziert für mich, dass ich eben hier auf der Erde Also mit dem was ich mit meinen Augen sehen kann, mit dem was ich mit meinen Ohren hören kann.
00:11:05: Was ich aussprechen kann, was ich tun kann mit meinen Händen also alles das sozusagen wo ich meine Sinne, meine physischen Sinne nutzen kann dass ich davon müde sein kann, dass ich da einfach... Ich möchte das nicht mehr hören, ich möchte es nicht mehr sehen, ich hab genug.
00:11:28: Die Mode ist reich!
00:11:29: Ja Es reicht.
00:11:31: Und jetzt würde ich sagen, gibt es ja immer mal... Ich glaube hier älter man wird blitzen manchmal so Momente auf wo man dann irgendwie auch froh ist dass man erst einmal wieder schläft und dann kann's vielleicht morgen oder übermorgen weitergehen je nachdem aber das eben dieses Interesse eigentlich an der Welt also an der welt hier auf der Erde dass das weniger wird Und man sich aber zugleich auch so gelassen fühlt.
00:12:02: Das ist eigentlich ein schöner Zustand und... Ich
00:12:05: weiß, dass ich ungefähr, das mag viel leichter.
00:12:08: Ich war in zweiundfünfzig so was und dann habe ich eine Erkenntnis gehabt und dann hab' ich nämlich plötzlich erkannt du musst gar kein Motorradführerschein in deinem Leben
00:12:20: machen!
00:12:21: Ja!
00:12:22: Und
00:12:22: ich war so erleichtert, ich wollte sich jetzt doch wie schön erzählen.
00:12:27: Das war dieser, als ob so ein Druck.
00:12:31: Ich müsse alles mitnehmen, wobei er war und das ist tatsächlich eine Stücke in Gelassenheit und Erleichterung, wo es dann heißt ich muss auch kein Bungee-Jumping machen.
00:12:44: Und umgekehrt gibt's das aber auch... Ich habe zum Beispiel kürzlich gerade gedacht, zum ersten Mal in mir irgendwie zugelassenen Gedanken, ich möchte eigentlich nach Indien fahren
00:12:54: Du möchtest nach Indien fahren?
00:12:56: Also ich möchte mal nach Indian fahren und tatsächlich habe ich mir jetzt auch vorgenommen.
00:12:59: Ich möchte nach Varanasi, das ist dieser Ort, ich weiß nicht ob ich es jetzt richtig ausgesprochen hab wo eben vierundzwanzig schon rund um die Uhr die Menschen ja verbrannt werden und eben auf den Ganges geschoben.
00:13:10: und so ein heiliger Ort.
00:13:11: da möchte ich wahnsinnig gerne meine Woche Zeit verbringen und dass wir alles wahrnehmen.
00:13:18: und das ist ja auch etwas was finde ich das Gegenstück zu diesem Ich muss das ja irgendetwas nicht machen, dass ich mir gleichzeitig klarmachen kann.
00:13:26: Oh!
00:13:27: Ich kann das jetzt mal machen.
00:13:29: Guck mal, es gibt doch haufenweise solche Buchtitel.
00:13:33: The hundred places you have to see before your die.
00:13:36: Genau, für mich hat dieses Bedürfnis so etwas... Zuvor nie muss ich sagen, nach Indien zu reisen.
00:13:45: Aber jetzt ist es eher so da denke ich auch nicht darüber nach was das jetzt kostet und also diese ganzen Dinge ringsherum sondern dass sich einfach wie eine neu gewonnene Freiheit... Das mache ich jetzt einfach!
00:13:58: Ich finde das großartig mach'
00:14:00: ich ja mach'.
00:14:01: Ich werd's auch machen und dann berichte ich drüber was ich erlebt habe.
00:14:06: Verstehst du, was ich meine?
00:14:07: Oder bin ich da so holzfähig.
00:14:08: Das ist irgendwie wie eine ... Nee,
00:14:10: das versteh ich!
00:14:12: Das ist wie eine neu gewonnene Freiheit.
00:14:15: Also nicht, dass mir das vielleicht vorher nicht ... weiß ich nicht.
00:14:18: Aber es ist trotzdem noch mal ein Unterschied.
00:14:21: Ich muss das nicht machen.
00:14:24: Ich bin auch nicht getrieben davon.
00:14:28: Ich weiß gar nicht, ob ich das noch besser beschreiben soll.
00:14:30: Es ist wie so... Es ist wie so ein Freiraum, der plötzlich entsteht.
00:14:39: Ja es ist neuer Freiraumen!
00:14:41: Und ich glaube das hat auch ein bisschen was mit der Endlichkeit zu tun denn... ...es gibt ja diesen schönen Satz auch im Älteren Wann denn wir?
00:14:51: nicht jetzt?
00:14:52: Also nichts aufzuschieben sondern zu sagen So dann wird mal konkret Genau Dann wird konkret
00:14:59: Ja und es hat auch etwas mit Verantwortlichkeiten zu tun.
00:15:02: Ich war halt mein also Viele, viele Jahre meines Lebens habe ich mich sehr für meine Kinder verantwortlich gefühlt zum Beispiel.
00:15:10: Also das alles zu tragen und mitzudenken.
00:15:14: Und das ist jetzt zum ersten Mal nach ... Ich weiß nicht, der Jüngste ist jetzt siebenundzwanzig.
00:15:18: Das ist jetzt vorbei!
00:15:20: Also das weiß ich seit einigen Wochen und paar Monaten.
00:15:25: Weiß ich es ist jetzt vorbeih.
00:15:28: Es ist auch wirklich unwiderbringlich auf eine Art.
00:15:30: Nicht dass man dann anders wieder noch weiter.
00:15:33: Man takt es aber so.
00:15:34: dieses Mitdenken für die, das finde ich auch wirklich interessant.
00:15:39: Das ist wie ein neuer Lebensraum, da wird einfach lebensenergiefrei und zugleich eine Gelassenheit sich älter fühlen, was vielleicht sehr subjektiv war.
00:15:58: Vielleicht
00:15:58: fühlt sich genau so erwachsen sein an?
00:16:01: Ja, vielleicht ... Vielleicht ist das so.
00:16:05: Also die Erkenntnis dessen, frei zu sein und die Erkennungsdessen, dass es heißt du entscheidest was du tust?
00:16:15: Genau und ich entscheide es ausschließlich und allein für mich.
00:16:19: Das finde ich auch nochmal ein Unterschied.
00:16:21: Ja Ich habe gerade daran gedacht als wir da eben drüber gesprochen haben.
00:16:26: Ich hab mal eine Begleitung gemacht einer Frau die mal Ende Achtzig Und die hat einen Missglück Suizidversuch hinter sich gebracht.
00:16:36: Und dann habe ich mit ihr gesprochen, wo überhaupt das Problem liegt und so weiter... Also dann hat sie gesagt, mein großes Problem ist dass ich die Zeit totschlage.
00:16:49: Und nicht mehr gut zu Fuß usw.. Und dann hab' ich hier gesagt naja die beste Möglichkeit wäre doch dann, das Essen einzustellen.
00:16:56: Dann hat's sie wie aus der Pistole geschossen und gesagt, dann habe ja noch mehr Zeit.
00:17:02: Und das habe ich so verstanden, dass es geht ein bisschen in das was du eben gesagt hast dieses Satz zu sein.
00:17:13: Alles sozusagen.
00:17:14: Ich muss nicht mehr Bungie-Jubbing machen!
00:17:16: Ich muss kein Motorradfahrerschein machen.
00:17:18: also Indien soll's dann schon sein aber das wird die Entscheidung treffen können.
00:17:23: Was ist denn?
00:17:25: Das hat sehr viel mit Bewusstsein zu tun, solange wir unsterblich sind haben wir Zeit.
00:17:29: im Übermaß und da ist der Vorteil.
00:17:34: Am älter werden ist der, dass wir das nicht.
00:17:38: Wir wissen, dass sie nicht im Übermars die Zeit haben.
00:17:43: Sondern wir müssen Entscheidungen treffen!
00:17:45: Das musst du mit achtundzwanzig nicht.
00:17:48: Aber es ist komisch, dieses Zeittotschlagen finde ich ein wahnsinnig tollen Begriff weil er so stark deutlich macht genau dieses eben nicht bei sich zu sein sondern Die Zeit, Tour zu schlagen.
00:18:05: Also die Zeit rinnt vorbei und ich hau die ganze Zeit drauf und denke noch eine Minute jetzt habe ich sie bankt den nächsten fünf hab ich auch.
00:18:13: Und eigentlich das machen sehr viele ältere Menschen dass es wenn man so veräußerlich ist Ich glaube wirklich das ist der das Das ist der Gipfel an Veräuzerlichung.
00:18:25: Ich weiß noch meine Mutter hat mir das mal erzählt In der Zeit, kurz bevor sie gestorben ist war sie im Krankenhaus und konnte nachts Nacht um Nacht nicht schlafen.
00:18:35: Und wie sie mit dem Blick immer den Sekundenzeiger der Uhr verfolgt hat?
00:18:39: Ja
00:18:40: ich glaube das hängt hinter dem Gedanken.
00:18:43: da haben wir noch nicht so viel darüber gesprochen über Symbolsprache.
00:18:46: aber manchmal denke ich bei den älter werdenden Menschen die ewige Frage wie spät ist es?
00:18:54: Ja, es machen aber Kinder auch.
00:18:56: Wann sind wir da?
00:18:57: Nicht wie spät ist das, aber wann sind wir
00:18:59: hier?
00:19:00: Das heißt die Kinder befinden sich noch außerhalb von Zeit und Raum.
00:19:05: Und die Menschen, die ganz alt werden, warten.
00:19:09: Wie spät es ist und wie ist das Wetter?
00:19:13: Da bin ich manchmal dabei, dass ich denke, das ist
00:19:15: so als ob du
00:19:17: am Bahnhof sitzt auf irgendeiner Bank im Gleis und wartest darauf, dass der Zug kommt, damit du weißt nicht wann er kommt.
00:19:27: Und das ist das Warten wo ich auch die Erfahrungen damit gemacht habe bei alt gewordenen Menschen wenn du den sagst menschensgeht aber du hast doch früher so schöne Sachen gestickt Warum fängst du es nicht wieder an?
00:19:45: Ach vorzudehn!
00:19:46: Das liegt ja nur rum Aber du hast auch so schön gestrickt!
00:19:51: Das konntest du doch immer so gut.
00:19:53: Ach nie, wozu?
00:19:55: Ich hab keine Lust.
00:19:55: Das heißt dieses Warten und nichts mehr tun!
00:19:58: Nichts mehr!
00:20:00: Gar nichts mehr... Und dann irgendwann selbst wenn es körperlich noch machbar wäre das ist der Rückzug, auch der allgemeine Rückzug vom Leben.
00:20:12: Es kann aber auch ein Zufriedenstil da sitzen sein.
00:20:16: Also ich muss jetzt gerade an Loryo denken,
00:20:20: wo
00:20:20: sie außer Küche immer zu ihm rüber schreien.
00:20:24: Was machst du?
00:20:25: Und dann sagt er, ich sitze hier und du musst doch irgendwas machen.
00:20:29: Nein!
00:20:29: Ich sitze nur so ließ doch was, sagt sie dann.
00:20:34: Ich möchte jetzt nichts lesen, sagt er.
00:20:36: Und dann steigert sich das immer mehr bis er sie irgendwann anbrüllt.
00:20:42: Er möchte einfach nur hier sitzen!
00:20:46: Wenn es denn mal die Zufriedenheit wäre?
00:20:49: Ja aber das ist ja auch so dass man das immer alle denken, man müsse doch was machen und dann teilt sich das in diejenigen die ihm nichts machen und da nichts mehr machen können, weil sie das Interesse nicht mehr so steigern können dafür.
00:21:05: Oder körperlich nicht mehr gut in der Lage sind dort?
00:21:07: Oder
00:21:08: das!
00:21:08: Und diejenigen, die aber wirklich gern in der Stille sitzen und sozusagen wo das tun des Sitzen ist, dass einfach nur das So-sein erleben.
00:21:21: Wenn ich an dieses Buch, den wir heute angefangen haben von Simone bewahrten.
00:21:26: Wenn ich dann an diese Geschichte denke, dann habe ich so viel ... Ich hab soviel Mitgefühl mit diesem Menschen auch weil es nur eine fiktive Gestalt ist, ne?
00:21:37: Das ist eine furchtbare Vorstellung also
00:21:40: ganz furchtebar
00:21:41: kann mir auch nicht denken warum das oder was da dran verführerisch sein sollte.
00:21:48: Es gibt so einen Science Fiction wo es eben um eine Ständiges sich verjüngen geht und da gehen die Menschen immer wieder in so Art Sonnenbänke.
00:22:05: Du öffnest quasi wie eine Klappe, lehst dich da rein und kriegst dann eben diesen... Also sie haben da auch einen bestimmten Begriff dafür, wie du dann sofort wieder um Jahre verjünk bist.
00:22:16: Und so eigentlich beständig sind alle nur immer damit beschäftigt, wie jung sie sich jetzt gerade ist und sozusagen fühlen.
00:22:24: Wie Sie sich das leisten können eben noch und noch jünger zu werden?
00:22:30: Ich habe eine Idee!
00:22:31: Meine Idee ist die dass wir jetzt im Grunde genommen vielleicht mal auch beim nächsten Gespräch nochmal ganz diese Thematik wieder ein bisschen mit dem älter werden aussieht.
00:22:45: die großen Vorteile des Elternwärts.
00:22:48: Können wir doch mal machen, oder?
00:22:52: Und dann könnten wir, finde ich jetzt erst einmal uns allen wünschen dass wir mit unserer Zeit ganz kostbar umgehen.
00:23:02: ja in aller Zufriedenheit für das was wir tun und schaffen und für das, was wir nicht schaffen.
00:23:10: Ist das eine Idee?
00:23:11: Das muss jeder für sich entscheiden!
00:23:15: Ich
00:23:15: finde es aber...
00:23:17: Ich finde, es sind gute Gedanken.
00:23:21: Gute Inspiration!
00:23:23: Dann sehen wir uns beim nächsten
00:23:25: Mal.
00:23:26: Bis dann!
00:23:27: Wir hören uns.
00:23:28: Das war Hüben und Drüben der Podcast mit Franziska Hilmer und Claudia Kardinal bis nächsten Sonntag.
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