#109 Probeliegen
Shownotes
Frühling und Herbst - Umbruch - Trauergruppen - Rausgehen und zurückkommen - Inniges - Gier - Will ich das oder brauche ich das? - Zu Erde werden - Hemmungen - Berührungsängste - Probeliegen - Holzkiste - Scheintodangst - Podcastflut - Zuhören und Erleben - Selbsttun - Thanatos Berlin - Transport einer Leiche - Wahrnehmung - Das Bonbonpapier - Keiner liebt mich - Doris Dörrie - Meditationsplatz Sarg - Erzähl mir was vom Tod
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00:00:12: Die Sommerzeit ist da, es ist richtig schön heiß draußen und wir denken ja manchmal immer dass so was wie Bestattung das kommt in Totenmonat.
00:00:22: Und ich stelle mir manchmal vor wie das wohl wäre wenn diese eine Million Tote von Deutschland die jetzt wo wir ungefähr bei der Zahl sind wenn die alle im November sterben würden.
00:00:35: Haben wir, oder?
00:00:36: Das wäre eine ziemliche Rödellei würde ich mal sagen.
00:00:38: Total!
00:00:39: Eigentlich ist es ja sogar eher so dass man sagte man früher, ich glaube das aufgrund der umfangreichen Medikationen ist das heute gar nicht mehr anwendbar.
00:00:53: unbedingt aber ist wenn die Säfte steigen und in der Natur und wenn sie fallen also dass das eigentlich die Zeiten sind wo gestorben wird.
00:01:03: Also sprich im Frühling und im Herbst.
00:01:05: Genau, das sind diese Umbrüche, ne?
00:01:07: Richtig!
00:01:08: Diese
00:01:08: Umbruchzeiten... Und das ist ja auch das, wo wir immer so sagen die Frühjahrs- und die Herbstgrippe.
00:01:12: Das ist genau das gleiche Zeichen dass irgendwo ein Umbruchs da ist und dann irgendwelche Erreger auch die Lücke sich zu Nutze machen.
00:01:21: Ich finde es immer ein bisschen schade, dass sämtliche Veranstaltungsanfragen eigentlich immer auf den November geschoben werden bezüglich Tod und Sterben.
00:01:36: Ich weiß nicht, ja doch klar weiß ich warum.
00:01:41: die Leute schieben einfach die wollen das ist ja tatsächlich die Neigung so ein bisschen dass man damit sowieso nicht so gerne was zu tun haben will und dann packt man es da rein weil da kann man's kontrollieren in dem einen Monat wo man weiß ach es ist sowieso der US-und
00:01:58: Beta
00:01:59: guten monat
00:02:00: Genau.
00:02:02: Das finde ich auch eine Sache, die mich sehr beschäftigt, dass das auf diese Zeit begrenzt scheint.
00:02:11: Weil ...
00:02:12: Ich hab Menschen erlebt, das Schlimmste für die war der Mai!
00:02:16: Das war der Monat, wo irgendwie ihre Seele zerfetzt wurde durch ein Todesfall.
00:02:22: Weil er so strotzt?
00:02:24: Der Monat meinst du?
00:02:25: Ja.
00:02:26: Das ist das Widersinnigste überhaupt.
00:02:29: Also alle durchdrehen eigentlich.
00:02:32: Die schlagen alle aus und gleichzeitig kann es sein, dass in dem Monat tatsächlich ein Todesfall eintritt, der dir so dermaßen die Beine wegzieht, das du keinen festen Stand mehr im Leben haben kannst.
00:02:45: Und was mich auch verwundert ist, dass ich dann festgestellt habe ... Ich hab ja viele Trauergruppen in meinem Leben gemacht, die sind immer zum Herbst zustande gekommen nicht zum Frühjahr!
00:02:58: Also als ob dieses, was du eben gesagt hast, dass wir im Frühjahr aus uns rausgehen und im Herbst wieder in uns reingehen.
00:03:05: Das
00:03:05: ist ja der Fall?
00:03:07: Ja, ist so.
00:03:08: Genau!
00:03:08: Das
00:03:08: ist tatsächlich der Fall einfach.
00:03:10: Natürlich!
00:03:10: Das war das mal, was wir mit dem Umbruch gesagt haben.
00:03:13: Und wenn wir aus uns heraus gehen wie im Frühjar dann passt vielleicht die Beschäftigung mit dem Thema nicht dazu weil wir zu abgelenkt sind vielleicht.
00:03:27: Naja... Diese Innigkeit, ich zünde eine Kerze an und besinne mich nach innen.
00:03:36: Das ist eben überhaupt nicht der Fall sondern man denkt eher an Tanzen und Kaufen als Essen.
00:03:49: Warum ich jetzt kaufen gesagt hab, ist auch interessant.
00:03:51: Weil ich glaub gekauft wird ja heute zu jeder Tages- und Nachtzeit... Das ganze Jahr durch!
00:03:58: Das finde ich wirklich interessant.
00:04:01: Das ist mir gerade so bewusst geworden im Gespräch mit in zwei verschiedenen Gesprächen, dass über solche Apps wie Kleinanzeigen oder es gibt ja noch eine Wintet heißt die Sel-Pi oder so sel-pi, ich weiß nicht wie das gesprochen wird.
00:04:22: Dass die Leute wie verrückt ihre Sachen, die sie nicht mehr brauchen.
00:04:28: also ob es jetzt Klingelkram ist dem man so rumstehen hat oder eben Klamotten dass man das alles für kleines Geld auf diesen Plattformen verkaufen kann.
00:04:39: und es liegt meiner Meinung nach zu einhundert Prozent an der Handysucht dass die leute einfach alle handysüchtig sind.
00:04:47: also da nehme ich mich wirklich.
00:04:50: auch beziehe ich mich mit ein.
00:04:52: und das man eben auf die schnelle dieses bedürfnis.
00:04:55: ich möchte einen bedürftes befriedigen, dass man dann mal eben schnell jetzt brauche ich eine neue weiß ich nicht was.
00:05:02: Da gucke ich mal schnell rein auch fünf euro und dann noch keine ahnung.
00:05:06: drei euro porto das ist doch kein problem zack hat man es schon gekauft.
00:05:12: weißt du was ich eher glaube?
00:05:13: Na?
00:05:14: Ich glaube, das liegt an unserer Gehe.
00:05:17: Naja!
00:05:17: Das kommt ja dazu.
00:05:18: Die kommt da zu und von daher... ich glaube ehrlich gesagt dass die ganze... ...das Netz erleichtert es uns.
00:05:27: Ja, das ist ja was ich damit sagen will.
00:05:30: Natürlich
00:05:30: und früher war's trotzdem so, dass dann wenn der Sommerschluss verkauft war Dann standen die Leute vor dem KOWs und haben sich fast geprügelt da drüben, wer als Erster reinkommt.
00:05:40: Okay das stimmt wohl!
00:05:42: Andererseits ist es gute... als wir noch sozusagen ganz lebendig irgendwo hinlaufen mussten, dann war der Impuls möglicherweise schon weg wenn wir Zeit hatten in die Stadt zu fahren oder so.
00:05:56: Dann hatte man schon nicht mehr diesen.
00:05:58: und jetzt kann man ja das ist ja wirklich absolute Impulsbefriedigung hoch zehn, die jetzt läuft per Handy Wie auch immer, Computer.
00:06:11: Dass du sofort irgendwas kommt dir in den Sinn, zack!
00:06:15: Bestellst du dir das und kannst es möglicherweise dann auch noch sofort wieder zurückschicken wenn du es nämlich ankommst?
00:06:21: Und du
00:06:22: merkst,
00:06:22: oh Gott, was habe ich mir da denn
00:06:24: beigedacht?!
00:06:25: Das ist doch auch schön, sich so ein bisschen Rechenschaft über die Fehlkäufe zu geben.
00:06:30: Da gibt es doch immer den Satz ... hab' ich neulich mal gehört von einer Frau, die gesagt hat Wille ich das oder brauche ich dass?
00:06:40: Und darüber steht, es trifft sie ihre Entscheidung.
00:06:43: Ich habe in der Küche an meinem Schrank eine Postkarte von einem Künstler.
00:06:49: Da steht so ein recht dröge Aussehender Mann im Anzug und Schlips und Kragen und hat einen Schild vor sich.
00:06:59: Also sieht wirklich... Hat so'n total Nichts sagen den Gesichtsausdruck und er hält sich nen Schild für seine Brust.
00:07:06: help me from what I want.
00:07:08: Ja, schön.
00:07:09: Wunderbar!
00:07:11: Sehr schön.
00:07:12: Kannst du mir mal ein Foto davon schicken?
00:07:13: Ja, mach ich.
00:07:14: Ja, sehr schön.
00:07:16: Das ist... das zieht sich natürlich durch unsere materialistische Gesellschaft durch, ne?
00:07:23: Deswegen gibt es natürlich auch und da haben wir ja schon drüber gesprochen, überall sprießen neue Bestattungsformen hervor.
00:07:33: Da haben wir jetzt schon darüber gesprochen ob das sozusagen der Umweg über die Schweiz Eine Reerdigung ist, ob das ein Krimieren ist.
00:07:42: Ob die Diamanten, die sogenannten Diamanten sind und so weiter Fingerabdrücke alles alles alles Und es spriest und sprießt und sprißt.
00:07:52: letztendlich geht es ja doch nur um eine Sache Wie kann ein ein Organismus?
00:07:59: Ein Materieller Die materielle Umandelung eines immateriellen Wesens Wie kann das wir am besten wieder zur Erde werden?
00:08:13: Deswegen und deswegen, das mögen wir natürlich auch nicht so gern weil es ein bisschen unrein ist.
00:08:18: Und wir mögen natürlich auch noch diesen ganzen Zersetzungsprozess dann wollen wir eigentlich nicht so viel zu tun haben.
00:08:25: Und gleichzeitig haben wir dann so eine Angst davor!
00:08:28: Wir haben ja auch eine ganz große Hemmung vor Sergen.
00:08:33: Wir haben eine Hemmungen vor Ohrenen.
00:08:36: Du vielleicht nicht und ich nicht soviel aber im normalen Alltag Ist das für viele Menschen schon eine ganz bedeutsame Sache, wenn sie bei einem Bestattungshaus vorbeigehen und da steht ein Sarg im Schaufenster?
00:08:51: Die erschrecken sich.
00:08:54: Ja also das war ja ganz schlimm als ich anfing keine Ahnung mich überhaupt mit diesem ganzen Feld zu beschäftigen.
00:09:03: vor fünfzehn Jahren weiß ich noch war es ganz schlimm auch immer noch diese ganze Berührungsangst.
00:09:08: Ich glaube dass hat sich deutlich verändert inzwischen.
00:09:12: Ich glaube, auch
00:09:14: dennoch scheint es etwas zu sein.
00:09:16: Ich bin ja gerade wieder eingeladen worden in deiner Sterbe am Akademie zum Probeliegen im Sarg.
00:09:26: Da gibt es hier in Hamburg immer deine Gruppen.
00:09:31: Überall woanders auch?
00:09:33: Genau!
00:09:35: Weil ich in Hamburg bin, bin jetzt gefragt.
00:09:39: Und da war ich ja letztes Jahr auch schon einmal.
00:09:41: Da muss ich jetzt gerade daran denken und habe aber andererseits in anderen Zusammenhängen die Erfahrung gemacht, also das war nicht einmalig wie es eben ist wenn man Menschen in einer Gruppe die Gelegenheit gibt.
00:09:55: so jetzt darfst du mal aufstehen und herkommen.
00:10:00: Wir stehen alle sozusagen dabei.
00:10:02: Also wir halten ein bisschen den Raum.
00:10:04: auch Du bist hier jetzt nicht ganz alleine Weiß ich auch fast gar nicht was einfacher wäre, ob es vielleicht sogar möglicherweise einfacher wär wenn man ganz allein ist oder das ist wahrscheinlich Typ Sache sich da wirklich reinzulegen.
00:10:20: Manche trauen sich auch dass der Deckel drauf gemacht
00:10:23: wird
00:10:25: und wieder andere mögen das um Gottes Willen gar nicht.
00:10:28: bloß kein Deckel darauf.
00:10:31: Ich habe ja irgendwann das deshalb eingeführt bei mir Das mache ich ja schon eigentlich auch schon Jahrzehnte in den Gruppen, weil ich sage das ist ja eine Holzkiste.
00:10:42: Und wenn jemand dann sagt hinterher Ich habe mich so und so gefühlt als dich da drin gelegen hab oder der Deckel drauf war oder so, dann sag ich zu denen immer ganz pragmatisch Wenn du hin...wenn du das mit kriegen solltest wie du dich da drinnen fühlst, dann bist du nicht tot
00:11:02: Ja, und das ist ein Bewusstsein.
00:11:04: Ganz viele denken tatsächlich also gehen in die Richtung der Sorge Was ist wenn ich dann plötzlich da drin bin?
00:11:14: Und ich bin gar nicht tot.
00:11:15: Genau!
00:11:16: Das heißt es ist diese eine der der Umerängste überhaupt die Scheitotangst.
00:11:24: und Dann habe ich irgendwie Anfangs als ich gesagt hab so machen Exkursionen und geh mal zu einem Bestattungshaus eines Vertrauens Machen wir Probe liegen oder sowas haben sie sich immer erschreckt, wo ich immer ganz pragmatisch auch sage.
00:11:36: Das ist eine Holzkiste!
00:11:39: Wir brauchen vor einer Holzkiste keine Angst zu haben.
00:11:41: Wenn bei einer geschlossenen Holzkistin bei einer Bestattung da ist, dann merke ich bei den Gästen bei einer Trauerfeier oft dass sie mit ganz vorsichtigen Bewegungen so ne Hand auf diesen Sarg legen und so... Ein bisschen denke, das ist ein bisschen was von Schrödinger's Katze.
00:12:01: Solange du es nicht aufmachst weißt du nicht ob da überhaupt etwas drin ist und das ist... ...ein bisschen absurd dass wir so eine Angst vor einer Holzkiste haben.
00:12:12: oder als die Menschen sich damals erschrocken haben dann habe ich daran gedacht hab mal bestimmt zwanzig Jahre her in Wien auf einer Ausstellung zum Thema Tod war ich mal Und da haben sie das als Kunstprojekt gehabt Irgendwelche Studenten haben sich da einen Sarg gelegt, die Augen zugemacht und die Hände gefaltet.
00:12:34: Das wurde fotografiert – das war ein Kunstprojekt!
00:12:37: Und dann denke ich ja, es ist doch schön wenn wir diese Form von Berührungsängsten verlieren.
00:12:43: oder dazu machen wir in jeder Fortbildungsgruppe so dass eine Person ... Ein Bestattungshaus unseres Vertrauens wird eingeladen um tatsächlich meinem Sarg mitzubringen und allen Fragen, für alle Fragen zur Verfügung zu stehen die da auftreten könnten.
00:13:03: Und das ist der Hintergrund weshalb wir sehr gerne dich dabei gehabt haben.
00:13:10: Wie war denn das eigentlich?
00:13:11: Magst du mal erzählen was du da gemacht hast und was für Fragen da waren?
00:13:17: Puh!
00:13:18: Schon so lange her ein bisschen was habe ich ja jetzt eben schon schon angedeutet.
00:13:22: Also zunächst habe ich einfach erstmal so ein bisschen aus dem Bestattungsalltag erzählt, ehrlich gesagt... Ich kann mich nicht mehr an die Fragen erinnern, Claudia!
00:13:36: Ich kann dir nur sagen dass das die unheimlich interessiert zugehört haben also dass einfach die Beschäftigung mit dem Thema, die theoretische Beschäftigungen mit dem thema natürlich das eine ist Und das andere ist aber, wenn man dann ganz lebendig und es betrifft ja wahrscheinlich auch jede einzelne werdende Sterbeamme.
00:14:01: Wenn man dann wirklich im Alltag sozusagen mit Situationen, mit ganz lebändigen Situationen konfrontiert wird, die dann entstehen – und das erzählt man natürlich meist von irgendwelchen lebendigen Schregenereignissen.
00:14:23: Ich glaube, das beeindruckendste war vielleicht für die eine oder andere dann dieses Probeligen im Sarg tatsächlich.
00:14:32: Weil Zuhören ist ja immer schön und wir leben ja auch heute in einer Zeit wo wir von morgens bis nachts zuhören können durch die ganze Podcast-Geschichte.
00:14:44: Ja!
00:14:44: Das ist sehr unglaublich oder?
00:14:46: Wie das angewachsen ist.
00:14:51: Aber selber etwas zu erleben, also selbst etwas zu tun ist immer etwas anderes.
00:14:58: Deswegen bin ich ja auch als Bestatterin wahnsinnig stark ausgerichtet auf das Mittun meiner Angehörigen.
00:15:11: Also dass ich das ganz wenig da so einen Selbstgang draus mache sondern... wirklich versuche, sie so zu führen und ihnen den Raum für das eigene zu halten.
00:15:29: Da können wir ja eigentlich auch noch mal vielleicht in unserer nächsten Folge drüber sprechen was eine Familie alles selbst tun kann.
00:15:37: Auf jeden Fall!
00:15:39: Ich hab dir erzählt davon von diesem Flyer da krieg ich jetzt Flyer zugeschickt
00:15:47: Ja, die
00:15:47: tatsächlich richtig das so dargestellt haben.
00:15:49: Was alles selbst gemacht werden kann und dass wissen ganz wenige Menschen was alles gemacht werden können.
00:15:55: Richtig!
00:15:56: Und das mögen Bestatter meist also wahrscheinlich auch gerade konservative Bestatter kommen nicht so sehr auf die Idee den Familien zu berichten.
00:16:06: Also ich sage das öfters und eigentlich als wirklich wenn man es mal ganz ganz weit runter bricht Ist der Bestatter, das Einzige was er bestatter machen muss ist den Verstorbenen zu transportieren.
00:16:21: Alles andere könnte man theoretisch selbst machen aber noch mal zurück Zu dem Probe liegen und deinen Sterber am Wenn man Das dann eben selbst erlebt und es ist ja ein Erlebnis Ja sich da rein zu legen Da bin ich natürlich so ein bisschen von der Tendenz stichter und denke ja gott.
00:16:44: Also, was ist denn daran jetzt so besonders?
00:16:46: Das ist eben wie du sagst.
00:16:48: Es ist eine Holzkiste und ich habe da schon natürlich oder sehe immer wieder Menschen drin liegen und finde es einerseits ganz normal und andererseits finde ich es auf eine Art unnatürlich dass man da lebendig drin liegt.
00:17:07: ja
00:17:09: weil
00:17:10: klar
00:17:13: Ich dann immer so den Eindruck habe, dass die Wahrnehmung, die ich jetzt als lebendiger Mensch davon habe das ich da drin liege und möglicherweise sogar in diese Furcht oder diese Sorge einsteige.
00:17:25: Dass ich da also gar nicht tot sein könnte Und lebendig begraben werde Die ist so dermaßen irrelevant Für das eigentliche sterben weil ich nämlich wenn ich schon gestorben bin, also dann habe ich meinen Körper ja schon verlassen.
00:17:46: Dann ist sozusagen das was ich da zurückgelassen habe eine ganze Abteilung die mich überhaupt gar nicht mehr betrifft.
00:17:54: Ein Bonbon Papier Genau.
00:18:01: Du hast vollkommen recht.
00:18:02: und gleichzeitig geht es für mich auch ein bisschen um den Pragmatismus vielleicht festzustellen dass man da irgendwie ein bisschen hart liegt oder ein bisschen weich liegt, aber das das im Grunde genommen ein vielleicht sogar eingeschützter haben.
00:18:19: Ja also wenn der Deckel drauf liegt hatte sie dann so ein bisschen eingehüllt... es gibt glaube ich bei Instagram sogar irgendwie einen Post mit dazu, den ich damals gemacht hatte.
00:18:34: Hatte die dann so schön eingehült in so'n weißes Tuch?
00:18:38: Also dass man zunächst schon mal eine Hülle hat und dann die meisten glaub ich wollten auch ein Deckel.
00:18:46: Und das ist natürlich eine... ...Hülle, man isst da ganz... Es dämmt ja auch den... Die Lautstärke draußen.
00:18:58: also diese Beschlossenheit und es ist natürlich gewissermaßen ein absolut veräußerlichtes Zu-Sich kommen.
00:19:08: Ja!
00:19:08: Könnte des Möglicherweise am besten herstellen, wenn ich mich einfach still hinsetze und in mich gehe und die Augen schließe.
00:19:18: Aber dann stattdessen lege ich mich halt mache ich ein äußeres Ereignis, wenn du so willst daraus um dann eine Innerlichkeit in einen Empfinden zu kommen wie ich mich da fühle.
00:19:31: Ich bin gerade eben erinnert gewesen daran an diesen wunderbaren Film von Dory Sturrie.
00:19:38: Keiner liebt mich.
00:19:40: Das ist eine Frau, die ist dreißig geworden wohnt in einem Hochhaus und die beschäftigt sich sehr mit dem Thema Tod.
00:19:47: Da habe ich zum ersten Mal bei der Schauspielerin, die hatte Ohrringe in Form eines Gerippes.
00:19:53: Habe ich dir doch auch mal geschenkt?
00:19:55: Genau!
00:19:55: Solche habe ich ja jetzt.
00:19:57: Auf jeden Fall hat sie mit der Beschäftigung, mit dem Tod hat sie bei sich in der Wohnung einen Sarg stehen, indem sie sich ab und zu reinlegt.
00:20:06: Möglicherweise wäre das ... ist der sinnvollste Meditationsplatz überhaupt?
00:20:15: Ich könnte das ja wirklich machen, weil ich ja hier bei mir auch die Särge vorretig stehen habe.
00:20:22: Mein Steuerberat lacht sich immer tot!
00:20:27: Weil manchmal wenn er hier schon mal gekommen ist dann steht auf der Terrasse ein Sarg so angelehnt und dann kriegt er zustände.
00:20:40: Das heißt, wir werden uns noch weiter damit beschäftigen.
00:20:44: Auf jeden Fall habe ich glaube ich einmal auch eine Ausstellung gesehen – das war aber hier, das war ne Wanderausstellung.
00:20:50: die hieß erzähl mir was vom Tod und da war auch ein Sack zum Probeliegen.
00:20:56: der waren Beispiele für die Wäsche dazu.
00:20:59: das war für Kinder konzipiert.
00:21:02: wo denn in einem Raum war es dann so?
00:21:04: da konntest du dich hinsetzen um mit Reagenz gläsern deinen Unsterblichkeitstrunk zusammenmischen.
00:21:11: Erzähl mir was vom Tod, eine ganz wunderschöne Ausstellung und da war das mit dem Probeliegen auch da.
00:21:17: Da bin ich ... Ich hab, als ich Religion unterrichtet habe in der Oberstufe, bin ich mit einer Gruppe hingegangen und das war total interessant.
00:21:25: Ganz toll!
00:21:26: Mal gucken vielleicht gibt's ja so etwas mal wieder ne?
00:21:29: Du würdest doch mitmachen bei so'n Ausstellung oder?
00:21:31: Erzähle mir was von tot.
00:21:33: Ja
00:21:34: Natürlich ne?
00:21:35: Mal gucken für mich so eine Ausstellerin, aber müsste man sehen wer da alles teilen.
00:21:42: Mal gucken was sich daraus entwickelt.
00:21:44: das heißt wir haben jetzt ein paar Gedanken angeregt.
00:21:48: wie weiß was dabei rauskommt.
00:21:50: okay richtig
00:21:52: wir freuen uns auf weiteres.
00:21:55: Wir liegen noch ein bisschen bis dahin.
00:21:57: Bis dann
00:22:07: Bis nächsten Sonntag!
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