#108 Hüben+Drüben Spezial mit Inge Schumacher: Dürfen die das? Der assistierte Suizid meiner Eltern.

Shownotes

Wir sprechen mit der Autorin und Heilpraktikerin Inge Schumacher über den assistierten Suizid ihrer Eltern. Sie beschreibt in ihrem jüngst erschienenen Buch den ersten Schock, die Trauer und das Abschiednehmen. Sie ordnet den assistierten Suizid rechtlich ein und lässt Menschen aus Seelsorge, Medizin und Hospizbewegung zu Wort kommen. Das Buch fungiert als Ratgeber und Erfahrungsbericht, der keinen festen Standpunkt aufdrängt, sondern zum Nachdenken anregt. Webseite: https://ingeschumacher.me/ Blog: https://ingeschumacherblog.de

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00:00:11: Hallo liebe Ingelschuhmacher, wir begrüßen dich.

00:00:16: Ganz herzlich in unserem Podcast!

00:00:19: Du hast uns ja dein Buch geschickt.

00:00:22: Du hast ein Buch geschrieben?

00:00:24: Mit dem Titel dürfen die das... für assistierte Suizid deiner Eltern.

00:00:31: und jetzt wollen wir gerne mit dir mal darüber sprechen, was du da in deinem Buch so zusammengesammelt hast.

00:00:39: Ich habe gesehen, du hast dir wahnsinnig viel Arbeit gemacht und hast unglaublich umfangreich recherchiert und zugleich ist es ja ein emotionales Thema auch für dich.

00:00:50: also es gibt sozusagen diesen technisch nüchternden Teil Ein Wissen versammelt, was der normale Bürger heute gar nicht hat.

00:01:00: Weil viele ja noch nicht mal wissen, dass es überhaupt geduldet ist im Bundesverfassungsgericht.

00:01:06: Also den Eindruck hast du selbst auch gewonnen, glaube ich, also mal nicht gelesen zu haben.

00:01:10: Ich selbst merke das auch, dass sehr viele Menschen das überhaupt gar nicht wissen und viele wissen irgendwie so ein bisschen schwammig war.

00:01:16: Insofern ist es interessant, was du da zu berichten hast.

00:01:22: Vielleicht steigen wir mal ein, mit dem wie du überhaupt auf die Idee gekommen bist so einen Buch zu schreiben.

00:01:30: Ja das war nicht geplant.

00:01:32: also es war für mich glaube ich im Nachhinein mindestens so fünfzig Prozent Gewältigung des ungeweltigbaren sozusagen.

00:01:42: Also ich habe interessanterweise über gestern der Jahrestag das Assistenzsuizid meiner Eltern Und wir haben sie beerdigt im September.

00:01:57: Ich habe dann irgendwann mal ein Blogartikel geschrieben, glaube ich Ende September einfach Oktober und hatte eine riesen Feedback darauf.

00:02:11: also ich hatte mit meinen Geschwistern gesprochen.

00:02:12: ist das okay dass ich ein Blog Artikel schreibe?

00:02:14: weil ich hab moment auch gerade gar kein anderes Thema so?

00:02:18: und da habe Auch drinnen ein Feedback von Menschen, die sich darüber genacken gemacht haben.

00:02:29: In unserer Gesellschaft gehen wir mit dem Thema und will ich das überhaupt hören oder nicht hören?

00:02:35: Dann habe ich gesagt, ganz viele Leute wollen eben sprechen!

00:02:40: Und dann habe ich im Oktober mit meinen Geschwistern besprochen wie wäre es wenn ich ihn hoch draus mache und das war mein Winterprojekt.

00:02:48: Das habe ich dann im März irgendwie fertiggestellt.

00:02:51: Ich hatte also vorher schon ein Buch geschrieben, das heißt, ich wusste wie es geht und ich wuste wie mein Exposé schreibt, ich wüsste wie meine Absagen kassiert und ich wusste wie man's dann selber macht.

00:03:01: Und da dachte ich, ihr seid alle so langsam!

00:03:04: Ich machs selber, ich hab' das Gefühl gehabt, es muss

00:03:06: raus.".

00:03:09: Weißt du was?

00:03:09: Ich bin ja über den Titel gestolpert.

00:03:13: Das sind ja verschiedene Aussagen... Das eine könnte bedeuten, ist das rechtliche Erlaubnis.

00:03:19: Andere heißt dürfen die das?

00:03:22: D.h.,

00:03:22: dass es ja ne ganz andere Fragestellung.

00:03:24: Das ist hier eigentlich eine ethische Frageställung an uns selber!

00:03:31: Die er sozusagen mit Ethik und Moral zu tun hat... Wie bist du auf den Titel

00:03:34: gekommen?!

00:03:37: Das erste was mir wirklich durch den Kopf ging als meine Mutter im März, am Telefon war, Papa organisiert unseren Tod Dürfen die das?

00:03:47: Und da hatte ich das Rechtliche.

00:03:49: Das war das Erste, was mir durch den Kopf schoss und deswegen ist es der Titel geworden.

00:03:57: Ein super Titel,

00:04:00: finde ich auch.

00:04:00: Da bin ich gleich drüber gestolpert weil das eben halt diese Doppeldeutigkeit hat.

00:04:06: Weil jeder ... Ich merke das auch bei mir im Alter.

00:04:09: Ich habe momentan fast täglich eine Beratung zum Thema Weil viel mehr Menschen diesen, genau was du sagst, diesen Bedarf danach haben.

00:04:21: Und darf da darf ich das?

00:04:24: Wie kann ich meine Umgebung wie kann ich mit meiner Umgebungen umgehen?

00:04:27: und so weiter.

00:04:27: Das heißt, dass stelle ich fest, dass das auf jeden Fall mehr wird.

00:04:31: D.h.,

00:04:31: dein Buch ist jetzt möglicherweise hoffentlich sehr genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Plan.

00:04:39: Das heisst Du hast wirklich so viele Leute die sich konkret damit auseinandersetzen?

00:04:44: Ja.

00:04:45: Wow!

00:04:46: Und auch welche, die das dann machen?

00:04:50: Naja.

00:04:51: Das ist immer so.

00:04:51: die Sache, dass ja doch auch einige, die es machen also sowohl mit einer palliativen Siderung als auch vielleicht mit einem assistierten Suizid oder mit dem Sterbefasten oder so was da gibt's in den verschiedenen Möglichkeiten und das ist einfach so, dass die Fragen werden einfach viel mehr und ich glaube manchmal Ich glaube, deswegen gefällt mir der Titel von dir so gut.

00:05:17: Weil das ist erst mal die Frage, die im Raum steht ob du das dann tust oder nicht?

00:05:22: Ist eine ganz andere Nummer.

00:05:24: Genau ich weiß auch noch intensiv mich damit beschäftigen über diese ganze Zeit immer noch nicht, ob ich das gut finde.

00:05:31: Ah ja!

00:05:32: Also ich bin da sehr ambivalent und habe das in den Buch ausgedrückt also die Prost- und die Konz am Schluss nochmal zusammengefasst sagt den Leuten, geht in euch.

00:05:44: Überlegt wie wollt ihr sterben?

00:05:47: Hauptsache ihr bescheckt und das ist das was du ja auch sagst.

00:05:50: die Menschen beschäftigen sich damit Wie will ich gehen?

00:05:54: Und es gehört dann hoffentlich mehr zu unserem Leben dazu.

00:05:59: Das ist etwas was mir auch die Palliativmenschen mit denen ich sprechen durfte für dieses Buch mitgegeben haben.

00:06:06: Sie gesagt hat was soll denn an das Buch?

00:06:07: rein der Tod soll aus der Schnudel Ecke.

00:06:12: Das ist ja auch der Grund, warum wir diesen Podcast gewissermaßen machen.

00:06:17: Das finde ich so toll und ihr macht das auf eine Art und Weise die eben neue Gehirnwindungen öffnet.

00:06:24: was ich sagen habe finde.

00:06:27: Ja schön.

00:06:28: Freut uns!

00:06:31: Ich finde interessant ein bisschen zu hören.

00:06:33: also deine Eltern haben sich entschlossen gemeinsam ihr Leben zu beenden.

00:06:41: Ich hatte dich so verstanden, dass dein Vater so bisschen der Drahtzieher des Ganzen war.

00:06:48: Vielleicht kannst du uns ein bisschen an der Stelle schon mal reinholen was sind deine Eltern für Menschen?

00:06:56: Wie sind die überhaupt auf die Idee gekommen?

00:06:58: passt das zu ihnen?

00:07:00: Was ist sozusagen so ein bisschen der Hintergrund?

00:07:02: wart ihr selber?

00:07:03: Du hast ja noch Geschwister habe ich verstanden War dir selber auch sehr überrascht.

00:07:12: Ja, also meine Eltern sind... Wir haben jetzt ja auch besprochen als du mich hier besucht hast.

00:07:22: Franziska sind halt Kriegskinder und haben Probleme Gefühle so zu äußern was ich darauf zurück führe dass sie eben im Aufwachsen es einfach schwierig hatten.

00:07:37: Deswegen und das habe ich halt im Buche erklärt ist diese ganze die ganzes Ableben so von ihrer Seite aus quasi ohne gefühlsmäßige große Dramen abgelaufen.

00:07:54: Also meine Eltern sind da eher Butter bei die Fische, würden wir hier im Norden sagen.

00:08:01: also meiner Mama ging es nicht gut.

00:08:03: ich hatte mit ihr mehrere Gespräche als ich zu Besuch war auch ein Jahr vorher oder anderthalb Jahre vorher glaube ich wo sie dachte ich will eigentlich nicht mehr Ich hatte ein gutes Leben.

00:08:16: Warum soll ich hier noch sein, wo ich dachte Mama du darfst jederzeit gehen.

00:08:20: Ich glaube wir haben auch so einen internen Schalter Wo wir unserem Körper irgendwie sagen können Es reicht jetzt Du brauchst mich nicht mehr zu unterstützen da kann ich gehen.

00:08:33: So und dann habe ich ihr gesagt vielleicht findest du den ja.

00:08:39: Insofern war das nicht super überraschend.

00:08:42: Überraschen war Dass mein Vater sich dann entschlossen hat dabei also mitzugehen.

00:08:50: Und da meine Mutter, der ging es relativ schlecht im Sinne von sie hatte verschiedene Krankheiten, Herzinsuffizienz, chronische Rhythmisch-Schmerzen.

00:08:59: Sie hatten da Probleme große OP gehabt vor zwanzig Jahren und immer Schmerzen deswegen.

00:09:06: die war sozusagen durch.

00:09:09: Mein Vater war ein Arzt und hat sie also durch alle Ärzte noch mal geschickt, hat abgeklärt.

00:09:15: Könnte sie eine Altersdeplassierung haben weil sie nicht mehr will?

00:09:18: Also wirklich alles!

00:09:20: Die haben sonst was mit ihr gemacht Und alle Äzte sagten nur ist alles okay mit dieser Frau.

00:09:28: und dann ist er glaube ich auf die Idee gekommen das muss schon bisschen vorher sein weil du brauchst ja ein bisschen Vorlauf musst dich ja anmelden dass das ein Weg wäre.

00:09:42: So für ihn jetzt, er hatte Prominropathien und ihm ging es aber noch relativ

00:09:49: gut.

00:09:50: Die hätten halt jetzt dann mehr Hilfe gebraucht weil meine Mutter konnte nicht mehr den Haushalt führen die konnten nicht mehr kochen Das hat dafür die Energie nicht mehr gereicht Und das war der Punkt das wollten sie nicht also dieses.

00:10:02: ich gebe jetzt ab Verantwortung und die Möglichkeit mal Leben zu gestalten.

00:10:08: Da ist es eingehen, glaube ich.

00:10:10: Das war so deren Ding.

00:10:11: Das wollten Sie auf keinen Fall!

00:10:12: Das haben sie uns auch so erklärt, dass das ein Megagrund ist dafür.

00:10:20: und meine eine Schwester hat meinen Vater immer mal wieder gefragt hey du bist doch noch gut drauf möchtest du nicht länger bleiben?

00:10:27: Und dann hat der gesagt Ich frag mich das jeden Tag und ich bekomme immer wieder zurück Es passt so.

00:10:40: Also die waren unglaublich klar.

00:10:44: Offensichtlich waren die beiden auch oder waren, sind sehr verbandelt miteinander?

00:10:50: Ja ich glaube schon dass sie eine sehr homogenen Masse war.

00:10:57: Wie viele Geschwister seid ihr denn?

00:10:59: Wir sind zu viert!

00:11:01: Ihr seid zu vier und wie habt ihr das geschafft den Weg zum Einverständnis einschlagen zu können?

00:11:13: Das finde ich auch immer noch spannend, weil alle vier von uns – keiner hat gesagt, sag mal, tickt ihr noch sauber?

00:11:22: Oder das könnt ihr uns nicht antun.

00:11:25: Keiner von uns!

00:11:27: Also wir alle unmarkierig voneinander haben durch diese Klarheit vielleicht auch bedingt die von den beiden kamen und haben gesagt okay ja so ist es, wir unterstützen das.

00:11:40: Das finde ich auch jetzt noch besonders.

00:11:42: Ich habe das meinen Eltern gegenüber ausgedrückt, wisst ihr eigentlich bei vielen Leuten wie ist die statistische Wahrscheinlichkeit dass vier Menschen sagen okay wir gehen das mit egal wie wir es finden und egal dass es uns weh tut.

00:11:56: dann meinten meine Eltern wieso?

00:11:58: Das ist doch unsere Entscheidung!

00:12:02: Ich find's trotzdem besonders

00:12:04: Ja zumal es eben halt so ist.

00:12:07: Ich habe hier einige Schülerinnen aus Belgien, aus dem deutschsprachigen belgierischen Raum und auch aus der Schweiz.

00:12:14: Die übereinstimmen sagen dass diejenigen denen assistierten Suizid oder aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen.

00:12:22: Die kriegen eine gute Begleitung aber die Zugehörigen nicht!

00:12:27: Ja das ist der Kassusklusus?

00:12:30: Ja!

00:12:30: Und das ist genau der Punkt weshalb ich so gedacht habe.

00:12:33: Menschen-Skinner vier Geschwister Und niemand wehrt sich vehement und hält mit Diskussion auf, das kannst du nicht tun.

00:12:43: Auch da wieder ist, bin ich über den Titel gestolpert.

00:12:46: Dürfen die das?

00:12:47: Wer sagt das?

00:12:49: Schön, ne?

00:12:51: Sehr schön!

00:12:55: Sind denn deine ... Du hast gesagt von deiner Mutter, dass sie gesagt hat, ich hatte ein gutes Leben.

00:13:00: Deine Eltern sind beide im Einverständnis mit ihrem eigenen Leben gegangen

00:13:06: Ja.

00:13:07: Mein Vater hat sogar noch, ich hatte ihn das mal vor ein paar Jahren gesagt, hör mal wenn du die Zeit hast, wenn ihr nicht mehr so viel verreißt schreibt doch mal dein Leben auf für uns und unsere Kinder.

00:13:18: Und es hat der wirklich gemacht.

00:13:20: irgendwann mal sagte er hey Inge ich schreibe gerade!

00:13:23: Nicht so wie du so einen Buch schreibst sondern in Kurzform und der hat irgendwie, ich glaube, fünfzig Workseiten sind das, hat er geschrieben und unten steht auch Ich habe ein gutes Leben gehabt.

00:13:36: Also dieses Reflektieren hat eben bei ihm auch noch mal gesagt, hey ich hätte zwar andere manche Sachen anders gemacht aber... ...ich hatte ein gutes leben!

00:13:47: Ja das ist immer der Haken ne?

00:13:49: Niemand kommt um die Reflexion seines Lebens drum herum.

00:13:52: Kann vielleicht in Bruchteilen von Sekunden sein und kann länger dauern.

00:13:56: Das ist das was ich in meinem letzten Buch dieses Helle und Goodbye aufgenommen habe als Programm, ich nenne das die Lebensart.

00:14:05: Das sind glaube ich mittlerweile bin ich bei zweihundertdreißig Fragen um Menschen einen roten Faden an die Hand geben zu können wie sie vielleicht sich langkangeln können da dran das aufzuschreiben?

00:14:18: Dein Vater scheint ja ein reflektierter Mensch gewesen zu sein weil ich erlebe viele Menschen die kriegen das nicht hin ohne einen rotem Faden.

00:14:32: Hiermit, weil das ist sicher eine Hilfe für viele Leute.

00:14:35: Ja mit Sicherheit und das hat ja es ist ja toll von deinem Vater.

00:14:40: also ich habe zum Beispiel von meiner meine Enkelinne und meiner Tochter die haben mir jetzt ein Buch dieses Buch hingelegt Oma erzähl mal und Das is so ne Sache dass das ist ja toll dass es das gibt Aber die Fragen waren für mich nicht ansatzweise ausreichend Und das ist irgendwie halt so eine sache Wo ich denke, da muss man selber noch was hinterhersetzen.

00:15:05: Schön, dass Sie das gemacht haben!

00:15:06: Hast du sowas von deiner Mutter auch?

00:15:09: Nein.

00:15:11: Ja... Gehst Du eigentlich davon aus, dass es etwas nach dem Tod gibt?

00:15:17: Oh ja...

00:15:18: Ah ja... Das heißt dann bist Du nicht erstaunlich.

00:15:22: die Frage, wie geht's den beiden denn?

00:15:26: Ich habe mit meinem Papa ausgemacht, je nachdem wo Du dann bist.

00:15:29: Ich hab ihn gefragt, denkst Du denn, dass weitergehts so?

00:15:32: Da meinte er so, naja, so Fifty-Fifty.

00:15:36: Und sag ich du?

00:15:38: Wenn du irgendwo bist, das hab' ich mit deiner Mutter auch schon gemacht, habe ich ihm gesagt, sag mal Hallo wenn du kannst.

00:15:45: und vor nach einem halben Jahr war das ungefähr, hat der zweimal Hallo gesagt.

00:15:50: Ich bin ganz sicher dass er das war.

00:15:51: da ist ein Bild von der Wand geknallt, ich hab Franziska das gezeigt.

00:15:55: wo das hier bei uns passiert ist Tür zu meinem Behandlungszimmer auf.

00:16:02: Weißt du, wie im Horror-Movie es hat nicht gekügt?

00:16:04: Aber so und ich so okay hallo!

00:16:09: Das passt auch mit seinen Boahen.

00:16:11: Sehr schön.

00:16:12: Wunderbar.

00:16:14: Perfekt.

00:16:15: Ich gehe mal eben an dich ab.

00:16:17: Ich muss mal die Tür zumachen.

00:16:18: bei mir ist eine Kita nebenan und das ist einfach ein bisschen zu laut.

00:16:29: Also was ich von dir verstanden habe.

00:16:33: Ihr seid ja so eine sehr norddeutsche oder recht norddeutsche, bisschen rationale Nüchterne Familie mit entsprechendem trockenen Humor.

00:16:48: Den wichtiger Punkt war eben das Claudia erwähnt hat und da hast du gleich genickt dass eigentlich die Angehörigen gar nicht versorgt werden.

00:17:00: Das ist

00:17:01: zum Beispiel in der palliativen Betreuung wunderbar!

00:17:06: Da wird der Mensch als Gesamtkunstwerk sozusagen Müzizianumfeld wahrgenommen.

00:17:13: Ich habe eben recherchiert und es gibt eine Professor Wagner in Berlin, die da forscht und die Hilfe gibt.

00:17:23: Und interessanterweise gibt's jetzt eine Studie in Ulm, da mache ich auch mit.

00:17:28: Da wird gefragt was brauchen Angehörige von assistierten Suiziden?

00:17:35: Das ist ne super.

00:17:35: also Wir kommen dahin.

00:17:38: Ich hatte jetzt noch kein Gespräch, aber das geht wohl demnächst los, dass sich Leute darum kümmern.

00:17:45: was bedeutet es dann für die Angehörigen?

00:17:48: Ich weiß, dass Sterbebegleiter sich kümmeren.

00:17:52: ich weiß Franziska du hast mir erzählt, dass du auch jemandem da begleitet hast.

00:17:59: Es kommt ja auf die Leute, die du ausbildest auch zu werden wie Claudia oder?

00:18:08: Man sagt ja allgemein, also ein tragendes Argument für diesen assistierten Suizid ist ja, dass er nicht traumatisiert im Unterschied zum Suizide.

00:18:24: Und das muss ich sagen in meiner Erfahrung eben nicht ganz der Fall.

00:18:32: Also es stimmt einfach nicht ganz, auch möglicherweise auch traumatisierend und kommt eben drauf an, wie gut ist die Versorgung?

00:18:41: Und wie gut es auch sozusagen die Verbindung zwischen den Menschen also der Familie.

00:18:50: Also wie gut isst du zu sagen eigentlich das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern jetzt in eurem Falle.

00:18:57: Und was mir noch stark aufgegangen ist... Was habe ich für ein Verhältnes zur geistigen welt?

00:19:06: oder gibt es da für mich überhaupt etwas was nach dem tode kommt?

00:19:11: das scheint mir auch eine rolle zu spielen.

00:19:15: ich habe schon mit angehörigen zu tun gehabt die so sehr sehr unspirituell sind ausm osten kommt auch nicht in der kirche gewesen also so eigentlich total hilflos vor einem begleiteten Suizid von einer noch relativ jungen Tochter und Schwester, die eigentlich für meine Wahrnehmung sogar keine Möglichkeit hatten das zu verarbeiten.

00:19:46: Da wäre ich bei dir also auf jeden Fall Franziska ist es kann genauso traumatisierend sein.

00:19:53: Und es ist eine Ausnahmesituation.

00:19:55: Ich habe das ja festgestellt weil mir selber nur die Nütlichkeit dadurch dass ich schon Solange mit Persönlichkeitsentwicklung unterwegs bin und viele Werkzeuge auch kenne, mich selber gut beobachten kann.

00:20:07: Irgendwann habe ich eins zu eins zusammengezählt, ziemlich am Anfang war das so meine Haare ging mir aus Ich hab schlecht geschlafen, ich hatte viel weniger Energie.

00:20:15: Oh du bist in einer Ausnahmesituation!

00:20:19: Da braucht also ein Unterbewusstes ganz viel Energie um überhaupt damit klarzukommen anzufangen das zu verarbeiten Ja und das Leben weiterzuleben.

00:20:32: Das ging sofort los damit!

00:20:35: Ich glaube, es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen Suizid- und dem Assistiertensuizid, den ich aber eher als Freitod bezeichne aus bestimmten Gründen weil das für mich durchaus kann... Es kann sein dass das Übereinstimmung hat Aber ich sehe den großen Unterschied in der Haltung des eigenen gelebten Lebens gegenüber.

00:20:56: Bei einem Suizid hast du eher ein Nein zum Leben im Hintergrund.

00:21:02: Bei einem freitoten assistierten Suizide kann es heißen, das Leben ist so großartig gewesen aber jetzt reicht es und das ist ein Ja zum Leben!

00:21:12: Und da sind für mich die ganz großen Unterschiede weshalb natürlich auch eine Traumatisierung durch einen assistierten suizid herauskommen kann... Aber nicht unbedingt!

00:21:23: Die Wahrscheinlichkeit ist beim Suizid sehr viel größer.

00:21:26: Ja, die Fachbegriff sagt man ja harter Suizide also wenn sich jemand davor zugewürft oder so was ohne Ankündigung und diese Möglichkeit nicht Abschied nehmen zu können.

00:21:39: das ist ja etwas was ich sehr geschätzt habe.

00:21:41: jetzt zum Beispiel.

00:21:45: Habt ihr ein Abschied gestaltet vorher?

00:21:51: Jetzt nicht super aufwendig, aber ich bin ja hier aus Hamburg.

00:21:55: Meine Eltern sind aus dem Wohngebiet und wir haben unsere drei Kinder also mein Land nicht mehr.

00:22:01: Haben die sehr früh mit eingebunden?

00:22:04: Wir haben das ganz kurz besprochen nach den Motto Die werden sowieso mitkriegen dass was im Busch ist.

00:22:09: die sehen wie ich drauf bin.

00:22:11: Und dann haben wir uns.

00:22:13: die sind nun auch schon größer die waren da von zwanzig einundzwanzig sechzehn.

00:22:22: Dann hieß es so, wie machen wir den Abstieg?

00:22:25: Dann habe ich gedacht lass uns doch zwei Wochen vorher hinfahren.

00:22:27: Da könnt ihr euch von oberen Opa verabschieden.

00:22:29: und dann meint meine Kinder Nein!

00:22:31: Wir wollen am Tag mit.

00:22:34: Also wir wollen dabei sein.

00:22:36: Im Endeffekt sind's meine beiden jüngeren Kinder dabei gewesen weil meine Große hatte am nächsten Tag große Klausuren in der Uni.

00:22:47: Und ich hab gesagt Leute überlegt euch das So dass ist sicher einschneidend Und die waren mit und das war auch gut so.

00:22:57: Also wir hatten den, es war ein Sonntag der zwanzigstigen, die fünfundzwanzig, jetzt sind wir in Samstag angereist und waren im Auto und dachten Boffi wird das werden?

00:23:07: Wir haben ganz viel über gemeinsame Erinnerungen noch mit Oma und Upa gesprochen und dann sind wir angekommen.

00:23:15: Wir hatten mit meinen Geschwistern ausgemacht dass wir vier fünf Stunden alleine haben mit denen.

00:23:20: Die hatten sie vorher die Zeit ja und dann haben wir Essen mitgebracht Und Döner und Pommes.

00:23:29: Und Kuchen... Das

00:23:31: hatten sie sich gewünscht, ne?

00:23:32: Döne und Pomme ist oder...?

00:23:34: Also meine Mutter sagt bloß keine Pizza und da fiel meiner Tochter ein.

00:23:37: Ah!

00:23:38: Dönen!

00:23:39: Wir sind ja im Ruhrgebiet jetzt bestimmt weg, aber die sagt Ja das mögen meine Eltern auf jeden Fall.

00:23:44: Und dann haben wir beim Kuchen kaufend gesagt in meinem Mann als wir ins Auto ging, dass es jetzt die Henkers Mahlzeit.

00:23:51: Und ich so... Das erzählst du aber bitte nicht wenn wir da sind.

00:23:58: Und wir haben echt locker zusammen bespeist und meine Mutter lachte dann und sagte, das ist eine tolle Hänkers Mahlzeit.

00:24:07: Worauf wir natürlich auch in Heiterkeit ausgebrochen sind weil ja also es lag im Raum sozusagen.

00:24:16: Und seltsam ich habe eben als du das erzählt hast mit Pommes und Döner mein erster Gedanke war Hänker's Mahlzeiten was ja auch ne abgedrehte Situation ist.

00:24:28: Fert, ist es ja vielfach in unserem Leben so.

00:24:30: Das kriegen wir gar nicht mit, dass das die letzte Wahlzeit ist?

00:24:33: Ja!

00:24:34: Aber in dem Moment kriegst du's

00:24:35: mit?!

00:24:36: In den Moment kriegs' ich's mit und meine Mutter grinste dabei und ich werd diesen Ausdruck auch nicht vergessen.

00:24:42: Und wir waren selten löst... Mein Mann sagte nachher, ich hab selten mit deinen Eltern so ochern gesprochen und so locker gesprochen.

00:24:51: nur hatten die vorher auch noch ein paar Tage eine etwas turbulente Zeit, weil rauskam, dass sie assistierten Suizid machen wollten und sie dann von Gesundheitsamt in die Psychiatrie angewiesen wurden.

00:25:10: Das war der Tag vorher gewesen.

00:25:12: da hatten Sie natürlich auch unglaublich was erlebt um zu erzählen

00:25:19: das war ja so bisschen die Folge von Desinformation.

00:25:25: Oder erzähl mal, wie das dazu gekommen ist.

00:25:28: Mein Vater wollte gerne eine Körperspende machen weil er das toll findet wenn die Medizinstudenten eben genug gleichen haben wo sie üben können.

00:25:38: Das fand er total wichtig das wusste ich schon.

00:25:40: seit glaube ich auf zwei tausend neun habe habe ich das irgendwo mal aufgestiegen oder so und er hat aber Angst.

00:25:49: wenn er optiziert wird können Sie ihn nämlich nicht mehr gebrauchen.

00:25:53: Also hatte er dann beim Forensischen Institut angerufen und hat gefragt, wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit?

00:25:58: Und dort hat jemand sich erkundigt bei der Polizei.

00:26:06: Wie das denn wäre?

00:26:10: Das war nicht gut weil die natürlich irgendwie dachten, oh je!

00:26:14: Dann haben sie zwei nette Kripobeamten vorbeigeschickt bei meinen Eltern.

00:26:18: Das war irgendwie

00:26:19: der Dienst

00:26:20: da.

00:26:21: Die haben sich nett mit denen unterhalten Und meine Eltern dachten, ja vielleicht war es das jetzt.

00:26:26: Aber nein dann kam eben das Gesundheitsamt mit drei Mann hoch am Donnerstag und hat die wirklich gegrillt.

00:26:34: Da hat mein Vater den Fehler gemacht dass er meiner Mutter das Wort öfter aus dem Mund genommen hat und dann haben sie natürlich Panik gekriegt.

00:26:42: Die Frau wird vielleicht gezwungen ums gar nicht mehr in der Lage selber zu entscheiden.

00:26:47: also Ja Und so kam das, dann musst du ja eine richterliche Verfügung haben damit du da abgeholt werden kannst.

00:26:54: Das hat sich dann sozusagen mein Vater etwas losgetreten was er nicht hätte lostreten müssen.

00:27:00: Aber also stimmt es jetzt mit dass ich sage ist es ne Folge von dessen Information?

00:27:05: oder ich habe jetzt den Eindruck das stimmt doch gar nicht.

00:27:07: Also... Es

00:27:08: ist eine Folge von zu viel Informationen.

00:27:11: So viel, ne?

00:27:12: Ja oder also einfach hat er denn erwähnt der Polizei gegenüber dass da ein begleiteter Suizid bevorstehen.

00:27:20: Also

00:27:20: das hat das vorhin ins Institut der Polizei über erwähnten und die kamen dann um natürlich... Die haben ganz offen damit umgegangen, sie sagten ja klar das machen wir dann und dann so und dann ist der Staat seiner Fürsorgepflicht mehr als nachgekommen.

00:27:37: Halt eine Kollision definitiv Eine

00:27:42: Kollision und ja auch eine

00:27:44: Infektion.

00:27:47: Da waren die ganz schön mitgenommen nach dieser Aktion, weil die waren ja dann kurzzeitig in der Psychiatrie.

00:27:53: Genau!

00:27:54: Und zum Glück war meine eine Schwester vor Ort und mein Vater hat sie anberufen und auch die Sterbehilfegesellschaft, weil sie mussten ja auch wissen hey da ist was im Busch.

00:28:06: und dann hat sie zu ihm gesagt du wirst nicht sprechen bitte.

00:28:09: Und dann haben sie meine Mutter auf Demenz getestet und da sagte meine Schwester, ich hätte den Test nicht bestanden so oft wie ich war.

00:28:16: Aber Mama hat das super gemacht!

00:28:20: Dann wird er her.

00:28:21: Alles wie das kann passieren?

00:28:23: Ja... Das war kurz vorher.

00:28:25: oder wie lange vorher?

00:28:27: Genau, der Freitag vor dem Sonntag muss dann im Endeffekt stattfunden hat.

00:28:32: Krass!

00:28:37: Und in deiner Familie würdest du sagen, man hast ihr seid vier Geschwister Also du hast zwei Kinder, die anderen haben glaub ich auch.

00:28:46: Da hat doch noch jemand auch Kinder.

00:28:49: also es gibt mehrere Kinder.

00:28:51: wie ist denn da jetzt so die Haltung würde?

00:28:54: Ist das jetzt würdest du sagen eine offene Haltung dem assistierten Suizid gegenüber oder eher ne Verunsicherung?

00:29:03: oder wie gehen die damit weiter um jetzt?

00:29:07: So meine Kinder haben.

00:29:08: Also in dieser Zeit, wo die das erfahren haben, haben sie mit ihren Freunden drüber gesprochen.

00:29:14: Und mein Sohn hat sogar seinen Lehrer eingeweiht.

00:29:17: Ich dachte auch, dass ist schon sehr besonders.

00:29:20: Der hat ein gutes Verhältnis dazu, ihn auch um zu erklären, dass er vielleicht mal durch den Wind ist.

00:29:28: Wir reden da ganz offen darüber.

00:29:33: Interessant war ich habe eine Familienaufstellung gemacht nach im August also vor der Beerdigung noch Und da hat meine mittlere Tochter auch ihre Freunde zu eingeladen.

00:29:47: Also wir brauchten ja in meiner Familie jede Menge Stellvertreter, wenn du weißt was deine Familienaufstellung ist und ich hatte das auch noch nie gemacht und ich dachte Ich möchte einfach nochmal darauf gucken Was kommt denn dann noch so hoch?

00:30:00: Was nicht ausgesprochen wurde.

00:30:02: Das war total spannend.

00:30:03: also da haben wir auch noch mit den jungen Menschen die dabei waren Da waren glaube ich fünf oder sechs ebenso um die zwanzig die das so mitgemacht haben, haben wir auch noch mal übergesprochen.

00:30:12: Das war ganz spannend!

00:30:16: Ich habe ja früher ... Ja, früher hab ich eine ganz klare Haltung gehabt was den assistierten Suizid beziehungsweise auch aktive Sterbehilfe angeht und hab gedacht Nein, das darf man nicht machen usw.

00:30:30: Und dann hab ich irgendwann vor Jahrzehnten dieses unglaublich kluge Buch gelesen von Hans Kürn und Walter Jens ein Plädoyer für Selbstbestimmung Und das war für mich so ein Einschnitt, wo ich gehe.

00:30:46: Ich habe danach jede Haltung von mir revidiert und hab gesagt ... Was

00:30:55: war denn das Argument?

00:30:58: Oder mehrere Argumente da?

00:31:00: Das war maßgeblich die Selbstbestimmung und die Freiheit und Selbstbestimmung.

00:31:08: wo ich damals, als ich ganz jung war das überhaupt gar nicht überblickt habe.

00:31:12: Ich merke mittlerweile ist natürlich auch diese Kollision die wir jetzt eben besprochen haben ja nur eine davon aber wie viel Freiheit eigentlich dann auch eingeschränkt ist und letztendlich die Medizin mittlerweile in der Lage ist jedem Menschen der vielleicht der vielleicht durch ist mit seinem Leben und sagt eigentlich ist es genug Die Ausgangstür vom Leben, so der man vor der Nase zu knallt.

00:31:41: Da kommst du nicht raus?

00:31:43: Ja!

00:31:44: Und dann kommen diese ganze Longe-Long-Levity-Gesäge und die Unsterblichkeitspartei, die kommen dann eben halt durch die Hintertür rein und sagen ... Du musst hier bleiben.

00:31:56: Aber wenn ich das nicht will, was ist denn da?

00:31:58: Und das ist eine Beschneidung.

00:32:01: Das ist

00:32:01: das Tolle an unserem Staat eigentlich, der sagt... Wir sind dafür zuständig, dass ihr überlebt.

00:32:08: Aber eure Entscheidung steht drüber!

00:32:14: Ihr dürft das bestimmen.

00:32:16: Das finde ich das außerordentliche dabei an diesem Urteil von zwanzigzwanzig.

00:32:21: Ja, find' ich auch.

00:32:23: Das find' Ich auch.

00:32:23: Franziska du wolltest was

00:32:27: sagen?

00:32:30: Wir haben ja alle so ein bisschen, finde ich bis in unsere Zellen eigentlich eingespeichert diesen moralischen Hintergrund.

00:32:37: Also denen die Kirche so bisschen in die Menschheit eingraviert hat würde ich sagen also man darf das eben nicht machen aus moralischen Gründen weil möglicherweise ne?

00:32:48: Weil der liebe Gott das eben so nicht vorgesehen hat sage jetzt mal so ganz banal Das würde mich auch noch mal interessieren.

00:32:57: Du hast dich ja auch in deinem Buch mit der Reaktion der Kirche auseinandergesetzt, was sagt dann eigentlich die Kirche dazu heute?

00:33:06: Also die katholische Kirche sagt ganz klar nein egal war es.

00:33:12: Ich arbeite so halb freiwillig sage ich immer im kirchlichen Hortprojekt.

00:33:19: das ist eine wunderbare Arbeit.

00:33:20: da komme ich hier aus meinen eins zu eins raus.

00:33:25: Und da habe ich mit einem Pastor sprechen können, den habe ich gefragt, meine Eltern wollen assasierten Suizid begehen.

00:33:32: Hast du das schon mal erlebt?

00:33:34: Und er sagt ja!

00:33:36: Er hat es begleitet.

00:33:39: Der hat also wirklich von ein Menschen von der Idee bis zur Beerdigung begleitet.

00:33:47: Er ist auch sehr in sich gegangen und hatte ganz viel Gesprächsbedarf.

00:33:52: aber das ist der einzige den ich kannte.

00:33:55: Die haben mir auch erzählen konnte, die sowas abgeht.

00:33:57: Ich habe ja gesucht nach zum Hoch was ich geschrieben hab.

00:34:00: so wie ist das denn?

00:34:01: Wie läuft es ab?

00:34:02: Wie fühlt sich es an?

00:34:03: Was kann ich tun?

00:34:04: Deswegen habe ich das so beschrieben mit Das macht es mit ein.

00:34:07: Du kannst vielleicht das machen oder überleg mal ob du das tun kannst.

00:34:11: So also das hat mir total geholfen.

00:34:14: Nun isst er auch wirklich cooler Typ so Das ist auch sehr unterschiedlich.

00:34:20: Also die evangelische Kirche ist da.

00:34:25: In ihrer Chefsache sagen sie auch nein, aber zum Beispiel dass evangelische Krankenhäuser oder Altenheime können für sich selber entscheiden.

00:34:38: wir akzeptieren das.

00:34:40: Das mit denen habe ich auch gesprochen von meinem Buch hier zum Heiligen Geist bei uns hier Poppenbüttel.

00:34:46: die sagen jemand das ist die letzte Heimat von jemand warum wer sind mir?

00:34:51: Dass wir die zwingen wenn Sie sagen wir wollen unbedingt assistierten Suizid machen dass sie ausziehen müssen deswegen.

00:35:00: Das finde ich großartig, die sagen zwar wir sorgen dafür unsere Angestellten das die da nicht unbedingt mit in Beziehung kommen müssen wenn sie nicht wollen aber wir tragen das mit.

00:35:14: also das ist eine sehr interessante Sache.

00:35:18: außerdem habe ich das Buch gelesen wo wie heißen die denn?

00:35:22: von einem ehemaligen evangelischen Chef Schneider ist das, glaube ich.

00:35:32: Seine Frau hatte ... Da haben die eben auch über dieses Thema gesprochen neben uns sterben und seine Frau hatte Gustkrebs und hat gesagt so... Das ist schon zehn Jahre her oder so.

00:35:43: da gab es noch diese Möglichkeit in Deutschland nicht.

00:35:46: Wenn's mir so schlecht geht dass ich nur noch leide möchte ich bitte in die Schweiz gehen.

00:35:53: Und er hat gesagt Ich bin dagegen aber wenn das für dich dein Weg ist dann gehe ich den mit was ich großartig finde.

00:36:03: Ja, und ich weiß auch von einem katholischen Pfarrer also nicht in Deutschland aber im Ausland der Sache ganz klar und bewusst Ich bin katholisch Und ich begleite Menschen die ein assistierten Suizid vorhaben Denn sie brauchen auch eine Begleitung.

00:36:25: Das ist ja der seelsorgerische Aspekt sozusagen,

00:36:28: ne?

00:36:29: Das ist schön Das hat mich sehr...

00:36:31: Also egal, was seine Chefs sagen.

00:36:35: Das ist eine Gewissensentscheidung von Ärzten wie von, finde ich auch und diese Begleitung das ist dieses menschliche nur weil du bist doch nicht ein Mensch mit weniger Wert oder brauchst du weniger Zuwendung?

00:36:50: Oder ne?

00:36:51: Du weißt es am besten.

00:36:53: Ja, das Eine ist ja meine persönliche Haltung dazu.

00:36:56: Ich hatte mal vor Jahren einen Fall, da hat eine Frau mich gebeten sie zu begleiten in diesem ganzen Prozess und zunächst hatte sie sich auch noch gewünscht.

00:37:08: Ich würde das sozusagen ich würde dabei sein und ihr da auch noch helfen und so.

00:37:13: Das habe ich rigoros abgelehnt.

00:37:16: Das würde ich nicht tun aber ich hab sie dann über vier Wochen begleitet und immer wieder auch hinterfragt und liebevoll organisiert und gemacht.

00:37:28: Und dann habe ich so gemerkt in dem Prozess, nein.

00:37:30: Also für mich käme das erst mal so jetzt nicht infrage aus meiner damaligen Situation heraus.

00:37:36: auch heute würde ich sagen ne, käme nicht.

00:37:39: und man muss aber immer sehen was ist in der Situation?

00:37:42: ja wenn ich in einer solchen Druck-Situation bin die Menschen hier haben sei es jetzt aus emotionalen oder aus eben physischen Gründen also wie Schmerzen zum Beispiel Dann bin ich überhaupt erst urteilsfähig, wenn ich selbst in so einer Lage bin.

00:38:02: Das heißt Ich kann es ja gar nicht entscheiden für jemand anders.

00:38:05: Ja das ist tatsächlich regerecht nicht möglich.

00:38:09: Ich kann aber mich eben Seelsorgerisch sozusagen darüber erheben und sagen So ich begleite dich Aber und ich komme dann In meinem Fall weiß ich bin da dazugekommen In dem Moment hatte mit ihr verabredet dass ich dann komme Wenn das ist ja festgelegt die Uhrzeit Wenn das durchgeführt wird und dann komme ich rein, wenn es soweit ist.

00:38:30: Und dann setze ich mich noch zu dir und meditiere und bete ein bisschen für dich so, ne?

00:38:35: Wie

00:38:38: heißt das eben

00:38:39: bitte?

00:38:40: Wie heisst das immer so schön?

00:38:42: Walk a mile in my

00:38:43: shoes!

00:38:44: Genau.

00:38:46: Geh erstmal in meinen Schoen,

00:38:48: ne.

00:38:49: Das müssen wir sonst sagen an Verurteilung.

00:38:54: Exakt total

00:38:56: Ja und das geht eben nicht.

00:38:57: Wir können einen Urteil überhaupt, also Fair-Urteilen oder überhaupt urteilen.

00:39:02: Ein Urteil heißt ja immer ist es wirklich eigentlich ein Allseits sozusagen von allen Perspektiven aus habe ich eine Übersicht Und das ist einfach schlicht nicht der Fall.

00:39:14: mit ja eigentlich fast allem sage ich jetzt mal herausfordernden im Leben Können wir diese Übersichten haben zumal wir noch nicht einmal wissen was sozusagen im hinteren Teil des Menschen, also auch vom Geistigen aus gesehen.

00:39:30: Was es für Motivation noch gibt die gar nicht einsehbar sind?

00:39:39: Genau richtig!

00:39:41: Dennoch ist es ein Thema und das sage ich jetzt wirklich aus eigener Erfahrung was wirklich herausfordernd ist und was meiner Meinung nach auch viele Beteiligte vor Probleme stellt.

00:39:58: Das ist einfach so, egal ob wir es jetzt beurteilen oder nicht... Es ist irgendwie schockierend!

00:40:07: Also ich selbst habe tatsächlich jüngst eine Situation gehabt wo sogar ich... Ich weiß Claudia sagt ja immer als Sterbeamme- oder Sterbegefährte muss man unschockierbar sein.

00:40:20: Ich weiß nicht den Begriff oder so einen ähnlichen Begriff hast du glaube ich, Claudia?

00:40:25: Und ich habe mich tatsächlich vor einiger Zeit dabei ertappt, dass ich richtig den schockiert war.

00:40:33: Und zwar als das... Ich war dann eben zugegen, als es durchgeführt wurde und irgendwie war ich in dem Moment einfach schockert.

00:40:41: Und dieser Schock hat auch ... Ich würde tatsächlich sagen circa zwei Wochen angehalten also zwei Wochen lang musste ich mich richtig tief immer wieder in Gesprächen darüber auseinandersetzen und dieses Thema bewegen, weil ich ... In dem Moment einfach... Ich bin da einfach richtig nicht drauf klargekommen.

00:41:04: Kannst nicht anders sagen!

00:41:06: Weißt du was?

00:41:06: Vielleicht ist es richtig gut.

00:41:10: Ich glaube wir- Wie war das Peter Banki der hat doch gesagt damals in dem Gespräch Wir brauchen mehr Mut zum Trauern Und ich glaub wir brauchen den Mut zum Schockiert sein.

00:41:22: Es ist ungeheuerlich.

00:41:24: Also ich trete es auch unge heuer, so.

00:41:26: das eigentlich ein ganz gutes Wort dafür.

00:41:29: Ja finde ich auch.

00:41:30: Das ist un-geheuher weil da ist wieder der Moment wo ich sage Ich kapier das Leben nicht aber den Tod kapiere ich auch nicht.

00:41:39: Das viel zu groß.

00:41:41: Naja zumal also ich würde es noch ein bisschen konkretisieren was für mich daran so schockierend war und zwar ist es dieser Gewaltsaspekt.

00:41:52: Also das ist sozusagen, wenn jemand auf eine natürliche Weise aus dem Leben geht dann ist das ja ein Prozess der sich so nach und nach würde ich sagen rüttelt.

00:42:05: man sich nur zu sagen, wenn man das jetzt als Gefühl sieht wie wir ineinander stecken mit unseren verschiedenen Körpern und wie wir irgendwie unser körperliches, seelisches und geistiges und diese ganzen Lebensprozesse.

00:42:21: Wie das alles ineinander steckt?

00:42:23: Und wenn das aber noch nicht gelockert ist also auch bis ins physische hinein nicht gelokert ist dann Dann ist es natürlich wenn ich mir jetzt die hand sozusagen gegen mich selbst erhebe Das ist es ja auch wenn es begleitet ist.

00:42:38: Ja und in einer etwas sage ich jetzt mal vielleicht Sogar palliativeren Situation, würde ich das mal fast bezeichnen.

00:42:47: Geschieht anders als wenn ich jetzt ganz alleine irgendwo auf einer Brücke stehe oder mit einem gezückten Rasierklinge in der Badewanne oder so, wo eben überhaupt keiner dabei ist.

00:43:06: Dennoch hat es diesen gewalttätigen Aspekt, dass der Mensch einfach noch also dass die Lebensprozesse noch voll im Gange sind.

00:43:17: Also auch jetzt nochmal vielleicht auf deine Eltern zurückzukommen, die waren ja auch wenn man so

00:43:22: will... Ja ich weiß genau was du meinst.

00:43:24: wir haben das auch diskutiert.

00:43:25: wie weit ist die lebensaufgabe abgeschlossen?

00:43:28: würde ich für mich definieren?

00:43:33: Was trennen sie ab dadurch was sie nicht mehr erleben können?

00:43:38: Und wir haben erstaunlicherweise, ich bin ja nun mit meiner Energiearbeit ... Ich guck mir das dann an.

00:43:42: Mein Mann ist da auch sehr sensibel.

00:43:44: Wir haben uns das angeguckt und gesagt bei meiner Mutter kaum noch was bei meinem Papa aber erstaune ich auch wenig.

00:43:50: Das heißt dieses Gewaltantun dass sich mir ein Teil abschneide gewaltmäßig der eigentlich zum Leben gehört war bei denen nicht so das große Thema War auch eine Sorge von uns.

00:44:04: Ja Denn letztendlich muss man sagen Jede Reanimation ist genau so ein Gewaltakt.

00:44:11: Genau, richtig!

00:44:13: Also muss ich wirklich total, hast du absolut recht Claudia?

00:44:18: Und das finde ich nämlich auch richtig gewalttätig teilweise da bin ich auch sogar schon dabei gewesen bei Menschen die jetzt zum Beispiel schon fünfund neunzig haben aber einer Fünfund Neunzigjährigen dabei.

00:44:32: Da war ich auch richtig tagelang schockiert von.

00:44:35: Ich konnte mich gar nicht wieder einkriegen.

00:44:37: Und eine andere, die habe ich bestattet.

00:44:39: Die war nachher hundert-eins.

00:44:40: Sie hatte mit einhundert Jahren ... Wir hatten seit sieben Jahren darauf gewartet, dass sie endlich gehen darf und nun durfte und nun war der Weg plötzlich weil die Tür offen da kommt dann ne Pflegerin rein und meint sie müsste jetzt da pumpen und machen und tun und dann ist sie daraufhin nochmal wieder gerettet worden und ins Krankenhaus gekommen und dann war sie hinterher.

00:45:04: wie Hatte, habt ihr auch anders empfunden?

00:45:07: Sie musste dann noch ein halbes Jahr länger nochmal wieder leben.

00:45:10: Und das war wie wenn sie wirklich so richtig einen vom Buch gekriegt hätte.

00:45:14: Deswegen sind diese und dass mir auch sehr klar geworden diese Patientenverfügung und diese Vollmachten ist so wichtig weil darüber kannst du selbst bestimmen kann sagen ich möchte es nicht und die testen eben auch so eine Rote Hand zum Beispiel, mit diesem heiligen Geist.

00:45:32: Hospital finde ich total interessant.

00:45:35: Die konnte ich auch dazu befragen dass das noch schneller gesehen wird.

00:45:39: also wenn jetzt da eine lebensbedrohliche Situation ist bei jemandem und man weiß es geht aus Ende zu bitte nicht noch mehr.

00:45:46: genau

00:45:47: Das ist das was

00:45:48: aber das brauchen wir sonst sonst sind die Ärzte angehalten das zu tun.

00:45:53: das ist deren Job.

00:45:54: machen sie ihren Job nicht.

00:45:55: Aber wir können eben etwas dagegen machen.

00:45:57: deswegen gerade dabei mit meinem Mann, unsere auch auf den neuesten Stand wiederzudrehen.

00:46:05: Ich glaube deswegen ist dein Buch so wichtig!

00:46:07: Auch mit dem Titel war letztendlich bei dem Gespräch was wir jetzt haben bin ich an dem Punkt dass sich sage dürfen wir in Kaiserschnitte machen?

00:46:18: Das ist genau das gleiche.

00:46:19: Es gibt diese Pondance, ich habe in diesem Buch Hello and Goodbye da hab' ich diese Analogien gebohrt und tot mit drin.

00:46:26: Und das heißt im Grunde genommen aktive Sterbehilfe und eine eingeleichtete Geburt ist eigentlich ziemlich synonym.

00:46:37: Und dürfen wir das?

00:46:39: Dürfen wir reanimieren, die Frage stellen wir uns nicht, sondern dass gesellschaftlicher Kontext es heißt Wir müssen reanimiert.

00:46:47: Was sind das Problemen, dass die Ethik-Leute also ich habe das Buch von der Wie kann sie immer B U X L N T Beut Die war auch Ethik Chefin gelesen, die genau dieses Thema angeht.

00:47:02: Was darf die Medizin?

00:47:04: Und die würde dann immer gerufen werden, dass eben dürfen wir das noch?

00:47:08: ist das noch okay?

00:47:10: Ist das nicht ad absurdum?

00:47:12: Wie

00:47:13: ist das?

00:47:14: Das ist faszinierend gewesen ein sehr gut erklärtes Buch auch für nein empfehlen.

00:47:18: deswegen bin ich glaube ich auch so begeistert von deinem Titel.

00:47:23: sag mir mal du Wir haben ja jetzt ganz viel darüber gesprochen auch wie du dazu gekommen bist zu diesem buchtitel und so weiter.

00:47:29: aber da irgendwas Tick hat dir da so rein irgendwie, wir müssen ja auch dich als Person ein kleines bisschen davor stellen.

00:47:36: Ich weiß du hast drei Kinder, drei erwachsene Kinder.

00:47:39: Du hast diesen Weg hinter dich gebracht was ja auch eine ganz persönliche Geschichte ist.

00:47:44: aber du hast irgendwas erzählt von Energiearbeit und sonst.

00:47:47: was machst du denn?

00:47:50: ich bin halt Praktikerin jetzt und mein Haupt Also mein Hauptaugenmerk, ich nenne mich Ursachendetektiven.

00:47:59: Das heißt, wenn Leute zu mir kommen die Schmerzen haben, die chronisch krank sind wo alles gemacht ist von den Ärzten und sie sagen Ich kann eigentlich nichts finden Sie dürften keine Schmerz haben Die kommen dann sozusagen zu mir Und dann gucken wir uns nochmal an und gucken was wir vielleicht lösen können.

00:48:15: Wo waren das Lied?

00:48:16: Dann da bin ich zugekommen, ich bin eigentlich Livella Unternehmensberaterin und meine große Tochter hatte Asthma Und wir haben ein Jahr jedes, jeden Tag Cortison inhaliert und dann sagten die das Kind war vier.

00:48:32: Das macht sie jetzt ihr ganzes Leben lang und nicht so euer Ernst niemals.

00:48:37: Ja, dann bin ich losgegangen und hab halt nach Alternativen gesucht und bin eben auf diese Art Arbeit gestoßen, die bewirkt hat dass ich meine Allergien... Ich hatte glaube ich von Januar wenn die heißen müssen bis November hatte ich Heuschnupfen Hab das so mit diese Olisierung, hat mein Mami geholfen, ganz gut hingekriegt.

00:48:58: Aber es wurde auch nicht besser sondern eher schlechter und dann waren die Subtonen weg.

00:49:03: dreimal behandelt super effizient keine Nebenlübung.

00:49:06: ich so

00:49:07: wow

00:49:07: womit behandelt?

00:49:09: Mit Energiearbeit eben zu gucken woran liegt dass um das eben versuchen zu beheben?

00:49:15: Und die meinte zu mir Inge das kannst du auch Ich suche

00:49:19: ich

00:49:20: isoterik Keine Ahnung ist nicht meins.

00:49:23: Und dann habe ich die Ausbildung gemacht bei ihr und habe den High-Praktiker draufgesetzt, damit ich jemanden zum Arzt schicken kann.

00:49:31: Damit du das auch offiziell tun darfst?

00:49:34: Und keine Gefahr für die Volksgesundheit bist!

00:49:38: Wiener, damit es keine Gefahre gibt.

00:49:40: Das ist gut, obwohl die meisten Leute, die zu mir kommen haben das echt abgeklärt.

00:49:43: Es ist ganz selten dass ich sage kann, geh da nochmal und guck noch mal... Die Leute sind schon sehr verantwortungsbewusst.

00:49:51: Hat sich ganz gut geändert in den letzten Jahren, finde ich.

00:49:53: Mhm, find' ich auch.

00:49:56: Sehr schön!

00:49:57: Guck mal, gerne haben wir dich so ein bisschen das Bild, was du so ein bißchen runterbekommen?

00:50:03: Genau, das mach ich halt seit fast zwanzig Jahren und mein Glück war dass ich dadurch eben meine Traumate aufgearbeitet habe.

00:50:11: Du wirst das kennen wenn du nicht mit diesen Themen wirklich auseinandersetzt.

00:50:15: und meine Angst vorm Tod auch also... Ress, ist eine Freundin von mir gestorben.

00:50:21: Die war Krebskrank, die war da auch erst kurz über dreißig und die hat gesagt, ich arbeite mit mir nicht so.

00:50:27: Ich weiß nicht ob ich da was schlimmer mache bei dir?

00:50:30: Und sie sagt so hey, ich weiß du kannst mir helfen.

00:50:32: jetzt komm mal her.

00:50:34: also Da musste ich mich damit auseinandersetzen mit meiner Angst Mit jemandem zusammen zu haben der sozusagen Den Tod schon so nahe ist.

00:50:44: wenn ich mich dann Wir sind ganz normaler Mensch.

00:50:50: Es ist so toll wie mit jedem anderen und es hat mir genauso viel Spaß gemacht, ich konnte ihr noch ein bisschen

00:50:56: helfen.".

00:50:57: Ja, ich sage immer Sterbende und Kranke... ja, Sterbenden und kranke sind ganz normale Menschen in einer besonderen Lebenssituation.

00:51:07: Genau!

00:51:08: Dieses Geschenk hat sie nur gegeben, bin ich heute noch dankbar.

00:51:11: Seitdem kann ich eben auch mit Quienten über Tod und Sterben sprechen, weil dieser Raum den haben wir zu wenig.

00:51:20: Ohne dass einer Panik kriegt und Hilfe schreit und bleibt.

00:51:24: das geht jetzt gar nicht.

00:51:25: Nein!

00:51:26: Sondern unaufgeregt überreden das hohe und das ist so heilsam.

00:51:32: Sehr schön.

00:51:33: Sag mir mal du mit deiner Erfahrung was würdest du Menschen raten die sich mit dem Gedanken an ein assistierten Suizid nähern wollen?

00:51:45: oder vielleicht sogar den Weg einschlagen wollen.

00:51:47: Was würdest du denn raten?

00:51:50: Schlau machen,

00:51:52: informieren.

00:51:53: Ja also das ist mein Weg auf jeden Fall mit jemandem sprechen.

00:52:03: ich hatte in meiner letzten online Lesung einen Menschen der das überlegt hat zum Beispiel.

00:52:08: da haben wir eben auch übergesprochen.

00:52:11: Ich habe auch schon mit ein paar Leuten die nicht angerufen haben Bedarf hatten geredet.

00:52:20: Also jemand deines Vertrauens, es gibt im Moment noch nicht so viele.

00:52:26: Das ist das Problem.

00:52:30: Ich weiß nicht, ob jetzt die Menschen, die du ausbildest, Claudia?

00:52:34: Ob sie auch ein Ansprechpartner wären?

00:52:36: Auf jeden Fall!

00:52:38: Und mach mal mehr oder weniger, weil die dürfen ... Was heißt die dürfen?

00:52:44: Die sollen auch... alle ihre eigene Haltung haben.

00:52:48: Und da gibt es welche, die sind eher sagen nee und es gibt welche, das ist im Namen der Freiheit muss besprochen werden können.

00:52:57: Deswegen habe ich ja wahrscheinlich alle paar Tage in Gespräch darüber ne?

00:53:01: Ja also mein Buch ist sicher ein guter Anfang um zu gucken weil ich da alles auf zweihundertfünfzig Seiten hab was im Moment so dran ist.

00:53:10: Alles zusammen gepackt.

00:53:12: Franziska sagte, ich bin da so eingestiegen.

00:53:15: Das war nicht geplant.

00:53:16: Also die Geschichte war geplant und dann hat es mich gepackt weil ich dachte, jetzt würde ich aber mehr wissen.

00:53:22: oder habe ich Bücher gelesen und mit vielen Menschen gesprochen?

00:53:25: Und dadurch ist es so rund geworden und es hilft Leuten und das soll es eben eine eigene Meinung zu bilden.

00:53:31: Ich gebe keine vor, weil ich hab gar keine.

00:53:33: Ich kann mich sagen Ist es gut oder nicht?

00:53:35: Ich sag nur Es gibt die Möglichkeit.

00:53:37: überlegt euch Denkt nach, was will ich eigentlich?

00:53:40: Wie will ich leben wie will ich sterben.

00:53:42: Was ist mir wichtig

00:53:44: und welche Konsequenzen bin ich bereit zu tragen?

00:53:47: Genau, was bedeutet das für mich für andere?

00:53:50: Ja

00:53:51: was mich noch interessiert Du sagst ja dürfen die dass.

00:53:58: also wer darf das denn eigentlich heute in deutschland?

00:54:03: Damit hast du dich auch auseinander gewenzt.

00:54:05: es ist ja geduldet aber es ist Denken wahrscheinlich viele Menschen, ja das ist nur für diejenigen, die eben sterbenskrank sind.

00:54:16: Aber das gar nicht der Fall, ne?

00:54:17: In

00:54:18: Deutschland ist es nicht so in allen anderen Ländern.

00:54:21: Wir werden sehen wie's wird wenn die Gesetzgebung... Die sind jetzt wieder dabei nachdem sie Dreiundzwanzig das nicht geschafft haben, der Bundestag da ein Gesetz, der noch mehr eingrenzt vielleicht zu verabschieden.

00:54:38: Bei uns ist das so, durch dieses Bundesverfassungsgerichtsurteil musst du nicht eine absehbar tödliche Krankheit haben um zu gehen.

00:54:46: Also die Leute, die Lebenssattheit spüren.

00:54:51: Meine Mutter hat dir jetzt nicht Krebs im Endstadium.

00:54:55: Man musste zwar – ich weiß nicht lange wer sieht glaube ich nicht mehr wie ihn aber es war keine Krankheit, die gesagt hat, die führt jetzt absehaber zum Tode.

00:55:03: und das kannst du wenn du Klar machst, ich bin in Vollbesitz meiner geistigen Kräfte.

00:55:15: Kannst du da Assistenten?

00:55:16: So zieht dir den Anspruch nehmen.

00:55:17: das ist so mein das.

00:55:18: für die Menten Menschen ist es kein Weg.

00:55:21: Das heißt also ein Vierundzwanzigjähriger der keine Freude am Leben hat und auf die Idee kommt Ich möchte diesen Weg gehen der dürfte möglicherweise Äh, Unterstützung bekommen durch eine Sterbehilfeorganisation.

00:55:38: Das

00:55:38: ist die Frage!

00:55:39: Ich habe da in B, war das in der Mediathek jetzt im Frühjahr?

00:55:44: Da war ne junge Frau, die chronisch depressiv war, die diesen Weg gegangen ist und die hat ein Fernsehtin begleitet

00:55:51: also das Starrkartobak

00:55:53: wo ich denke so...

00:55:56: Aber es ist ja eben offensichtlich äh legitim.

00:55:59: Ja glaube ich in Niederlanden.

00:56:01: Das hat ja diese dieses äh Paradeurteil gegeben gegen den Arzt, der ist, glaube ich, vierundsiebzig in Berlin.

00:56:09: Ich habe den Namen jetzt vergessen.

00:56:11: Das ist letztes Jahr vorletztes Jahr ganz groß durch die Presse gegangen und dem ist vorgeworfen worden er hätte also hat ein assistierten Suizid begleitet bei einer jungen Frau mit schweren Depression Und ihm ist vorgeworfen worden Er hatte sie nur zwei Wochen gekannt und er hätte nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft Und ist natürlich auch deshalb ganz, ganz groß durch die Presse gegangen.

00:56:39: Das heißt möglicherweise, wenn da noch irgendwas was ich vier andere Gutachterinnen dabei gehabt hätte, wäre es für einen anders gelaufen!

00:56:48: Aber das ist tatsächlich eine Sache, die eben halt auch heute bei den Vierundzwanzigjährigen, wenn sie das glaubhaft machen können, dass sie durch sind... Und gleichzeitig meine große Frage oder das ist natürlich eine geisteswissenschaftliche Frage, die haben Franziska und ich schon häufiger bewegt.

00:57:05: Ich sage der Verstand hat aber mit dem Sterben relativ wenig zu tun.

00:57:12: Das ist ne seelische Entscheidung keine verstandesmäßige.

00:57:17: Und wie meinst du an ein Alter nicht unbedingt gebunden?

00:57:20: Überhaupt

00:57:20: nicht kein Stück!

00:57:22: Ich habe fünfjährige erlebt, die gesagt haben ich will sterben Und ich will nicht mehr leben.

00:57:27: Also von daher ... Wow, und

00:57:28: das war ... Von deinem Gefühl aus den tiefsten Inneren?

00:57:31: Aber

00:57:32: hallo!

00:57:33: Wow...

00:57:33: aber hallo.

00:57:35: Das ist eine Sache, weshalb wir natürlich ... Wie heißt es immer so schön?

00:57:39: Die Cicelysonnes hat doch gesagt Wir wollen nicht dem Leben mehr Tage sondern jeden Tag mehr Leben geben.

00:57:46: Ganz wunderschöne Ausspruch ist, ganz wunderbar.

00:57:49: Aber das bedeutet auch dass die Quantität des Lebens nicht ausschlaggebend ist.

00:57:57: Also, ich bin weit davon entfernt, zu sagen ... Die haben ihr Leben gelebt, die dürfen sterben.

00:58:04: Aber ein sechsjähriges Nee?

00:58:06: Das weiß ich doch gar nicht!

00:58:08: Was maße ich mir an?

00:58:10: Genau, wofür bist du da?

00:58:15: Ja.

00:58:16: Ich fand das mal so schön, ich habe eine Todgeburt begleitet Und die Mutter hat gesagt, es war ein kleiner Junge der Tod geboren wurde.

00:58:26: und sie hat gesagt ich weiß ganz genau mein Sohn hat seine Lebensaufgabe erfüllt.

00:58:35: Das hat mich unheimlich berührt.

00:58:38: Die hat auf irgendeiner Art und Weise diaktiver reingeguckt.

00:58:42: Das ist etwas was nicht von der Quantität abhängig ist sondern von der Qualität.

00:58:48: Und gleichzeitig ist das so, dass ich denke wie du das so geschildert hast auch was angestrichen mit deinen Eltern gelaufen ist.

00:58:59: Das hört sich ja auch von deinen Eltern nach ein Zweifellosigkeit an.

00:59:09: Ja?

00:59:10: Ein Zweifellsichtigkeit an der eigenen Entscheidung.

00:59:14: Ja, auf jeden Fall!

00:59:16: Ich kann das glauben, wie ich will für die was der richtige Weg.

00:59:19: Da hat es gar keinen Zweifel.

00:59:21: Wunderschön

00:59:23: Ganz wunderschön.

00:59:32: Ist das so ein ganz schönes Schlusswort, ne?

00:59:35: Ich habe mich auch gerade gedacht... Zweifellosigkeit!

00:59:39: Die Zweifellosigkeit

00:59:40: ist eigentlich ein Wort was mir gar nicht geläufig war.

00:59:46: Ich musste eben noch einen kleinen Moment nachdenken.

00:59:49: Zweifellos, zweifels Ohne also Zweifellsosigkeit ja wenn ich absolut Nicht sicher bin, sondern zweifellos.

00:59:58: Weil es gibt ja auch Sicherheit wo noch mal so eine kleine Mini-Zweife sich einschleichen.

01:00:03: Ja.

01:00:04: Schön, ne?

01:00:06: Ja.

01:00:07: Liebe Inge du das war ein sehr schönes Gespräch.

01:00:10: ich freue mich sehr dass wir dich kennengelernt haben und mal gucken wann wir uns mal wieder über den Weg laufen oder?

01:00:18: Ich hoffe dass ich dich auch mal live kennenlernen darf.

01:00:22: Das hatte ich ja schon.

01:00:24: Vielen Dank dass ich hier sein durfte.

01:00:26: Ja, sehr gerne.

01:00:27: Vielen Dank, dass du uns dein Buch geschickt hast und ich halte es nochmal einmal in die Kamera.

01:00:33: Ich hab's nämlich hier... Perfekt!

01:00:36: Sehr schön.

01:00:38: Perfekt!

01:00:39: Ich selbst kanns jetzt gar nicht sehen aber... Doch doch

01:00:41: wir sehen das ganz genau richtig.

01:00:43: Super!

01:00:43: Perfkt!

01:00:44: Und was für eine gute Idee davon von dir das noch mal in die Kamerad zu halten?

01:00:48: Also ein wichtiges Buch zum Thema damit wir vielleicht einen wenig unsere eigene Haltung verifizieren können.

01:00:59: Also deine Antwort auf die Frage, was würdest du jemandem raten?

01:01:03: Könnte eigentlich auch dein eigenes Buch sein, der soll einfach mal hier reingucken!

01:01:07: Denn es hätte

01:01:08: sowas gebraucht.

01:01:10: Ja also du hast wirklich umfangreich recherchiert das muss ich schon sagen.

01:01:15: Also Hut ab!

01:01:17: Wirklich eine tolle Arbeit.

01:01:19: Wunderschön Ganz vielen herzlichen Dank Inge ganz vielen herzlich dank Franziska, ganz vielen herzlichen Dank, Claudia.

01:01:29: Tschüss!

01:01:32: Das war Hüben und Drüben der Podcast mit Franziska Hilmer und Claudia Kardinal.

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